Lady Di und das Königshaus: Wie viel Gefühl verträgt die Krone?
Shownotes
Am frühen Morgen des 31. August 1997 unterbricht der Sender BBC One das Programm: Ein Autounfall in Paris. Diana, Prinzessin von Wales, sei schwer verletzt. Über ihren genauen Zustand herrscht Ungewissheit. Wenige Stunden später stirbt sie im Krankenhaus. Millionen Menschen weltweit trauern um die Frau, die nie Königin war und doch eine der bekanntesten Figuren des britischen Königshauses wurde.
Mehr als ein Vierteljahrhundert später ist die Erinnerung an Diana nicht verblasst. Im September 2026 erscheint „Swan Song“, das Buch ihres Bruders Charles Spencer. Darin erzählt er, Prinz Charles habe ihm nach Dianas Tod am Telefon gesagt, „sie werde bald genug vergessen sein“. Der Palast erklärt daraufhin, die Trauer um die Schwester könne Urteil und Erinnerung trüben. Ob der Satz am Telefon so fiel, lässt sich nicht unabhängig prüfen. Die Debatte, die sich darum entzündet, zeigt aber, wie lebendig das Thema geblieben ist.
Institution ohne Macht
Die britische Monarchie hat seit Jahrzehnten keine politische Macht mehr. Regiert wird im Parlament und im Kabinett. Der Walter Bagehot schrieb schon 1867 in „The English Constitution“ über diese Konstruktion: Die Krone sei der würdevolle Teil des Staates, der verehrt wird, aber nicht entscheidet. Bagehot warnte zugleich davor, das Geheimnis der Monarchie preiszugeben, also kein „Tageslicht auf die Magie“ zu lassen.
Genau dieses Spannungsfeld zwischen Würde, Distanz und Gefühl steht im Zentrum der Folge. Wie zeigt eine Institution Nähe, ohne sich zu verbrauchen? Und welche Rolle spielen die Medien? Was passiert, wenn private Vorgänge öffentlich werden? Diana war dafür das prominenteste Beispiel: eine Frau, die mit ihrer Ausstrahlung, ihrer Medienerfahrung und ihrer Offenheit die Erwartungen an das Königshaus veränderte.
Von der Märchenhochzeit bis zur Trauerfeier
Die Folge zeichnet Dianas Weg nach: von der Märchenhochzeit 1981 über die Entfremdung der Eheleute bis zur Scheidung 1996. Dazu gehören die Medienberichte über die Ehe, das Fernsehinterview von 1995 und der Verlust des Titels „Her Royal Highness“. Die Folge fragt, wie Berichterstattung, Gerüchte und Selbstdarstellung zusammenwirken und wer dabei welche Verantwortung trägt.
Ein zentraler Teil der Folge ist die Beisetzung am 6. September 1997. Sie zeigt, wie die Krone mit der Frau umgeht, die keinen königlichen Titel mehr trägt und dennoch Millionen bewegt. Welche Teile des Zeremoniells wurden ausgewählt, welche verweigert? Und wie reagierte das Königshaus auf die Trauer des Landes?
Zu Gast: Leonhard Horowski
Der Historiker Leonhard Horowski ist Experte für die höfische Gesellschaft der Frühen Neuzeit. Er erklärt, warum Rituale, Zurückhaltung und Repräsentation für Monarchien so wichtig sind und warum sich Gefühle dennoch nie ganz kontrollieren lassen. Im Gespräch geht es um die Ehe, die Öffentlichkeit, Vorbilder aus der Geschichte und die Frage, wie sich das Verhältnis von Emotion und Würde über Jahrhunderte gewandelt hat. Zugleich wagt die Folge den Blick in die Gegenwart. Politik wird heute stark über Personen erzählt, auf Plattformen der Sozialen Medien und in Wahlkämpfen. Lässt sich aus höfischen Formen etwas über den Umgang mit Gefühl in der Demokratie lernen?
Q & A Fragen
Wie viel Emotion verträgt die Monarchie? Wie viel Emotion sollte politische Kommunikation im Allgemeinen beinhalten? Haben Sie weitere Fragen an die Hosts oder Leonhard Horowski? Schreiben Sie an podcast@faz.de oder schicken Sie eine Sprachnachricht an das Podcast-Handy: 0172 - 778 2384. Ihre Fragen und Kommentare besprechen wir in der Q&A-Folge am Donnerstag, den 5. November. Einsendungen können gekürzt oder auszugsweise verwendet werden.
Hosts
Michael Götz (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Christine Brunzel (Konrad-Adenauer-Stiftung)
Gast
Leonhard Horowski, Historiker
Quellen
Tina Brown: Diana. Die Biographie. München 2017. Sarah Bradford: Diana. London 2006. Leonhard Horowski: Das Europa der Könige. Macht und Spiel an den Höfen des 17. und 18. Jahrhunderts. Reinbek bei Hamburg 2018.
Transkript anzeigen
00:00:03: Die Nacht zum Sonntag, auf BBC One läuft der Gangster-Film Borsalino von in den Hauptrollen Alain Delon und Jean Paul Belmondo.
00:00:16: Es läuft gerade eine Begräbnisszene wie sich später herausstellt.
00:00:20: ein makaberer Zufall der Fernsehgeschichte.
00:00:27: Zum Paradies mögen Engeldich geleiten, so lautet dieser Text in der deutschen Liturgie.
00:00:33: Um ein Uhr siebenundvierzig britischer Zeit unterbricht die BBC den Film.
00:00:44: Nachrichtensprecher
00:00:45: Martin Lewis informiert die Zuschauer über einen Autounfall in einem Tunnel in Paris bei dem Diana Prinzessin von Wales schwer verletzt wurde.
00:00:58: Außerdem heißt es, ein Passagier im Wagen der Prinzessin sei ums Leben gekommen.
00:01:03: Eine Meldung nennt als Opfer ihren Freund Dodi Al-Fahyedt.
00:01:07: Auch der Fahrer des Wagens soll gestorben sein.
00:01:15: Am Ende betont er noch einmal das alle diese Berichte unbestätigt sind und kündigt an weitere Informationen zu senden sobald sie vorliegen.
00:01:24: wird der Film fortgesetzt.
00:01:34: Was war passiert?
00:01:35: Diana und Dodie Alphayette sind auf der Rückreise von ihrem Urlaub im Mittelmeer, für eine Nacht machen sie Zwischenstopp in Paris.
00:01:43: am Abend essen sie im Hotel Ritz das Dodies Vater gehört.
00:01:47: draußen warten Fotografen fast dreißig sollen es sein Als das Paar aufbrechen will, fährt ein Range Rover als Ablenkung vom Haupteingang an der Plasvendom los.
00:01:58: Diana und Dodie verlassen das Hotel durch den Hinterausgang.
00:02:01: Am Steuer ihres Mercedes sitzt Henri Poel, stellvertretender Sicherheitschef des Ritz.
00:02:07: Er hat eigentlich schon Feierabend wurde aber ins Hotel zurückbeordert.
00:02:11: Kurz nach Mitternacht rast der Wagen am Sen-Ufer entlang hinter ihm Motorräder mit Fotografen.
00:02:18: Um zero Uhr zwanzig erreicht der Mercedes die Unterführung am Pont de Lallemar.
00:02:24: Die Ermittler sagen später, Der Wagen streift einen weißen Fiat Uno, schleudert nach links und prallt frontal gegen einen Pfeiler.
00:02:33: Wie schneller war ist umstritten.
00:02:35: Erste Berichte sprachen von Hundert neunzig Stundenkilometern.
00:02:38: Die spätere Auswertung kommt auf fünfundneinzig bis einhundert zehn.
00:02:43: Erlaubt sind fünfzig!
00:02:45: Dodie Alphayette und Henri Poel sterben an der Unfallstelle.
00:02:49: Diana lebt, sie ist schwer verletzt ebenso der Leibwächter Trevorese Jones.
00:02:56: Er wird den Unfall als einziger überleben.
00:02:59: Diana wird in ein Krankenhaus gebracht.
00:03:02: um vier Uhr morgens stirbt sie dort Offiziell.
00:03:12: bekannt gegeben wird das erst später.
00:03:15: Die Frage wer für den unfallverantwortlich ist wird schon in der Nacht gestellt.
00:03:19: Über zehn Jahre später gibt eine britische geschworenen Jury die Schuld dem Fahrer des Unverwagens Henri Poel.
00:03:27: Die Untersuchungen ergaben, dass er unter erheblichem Alkoholenfluss gestanden hat – außerdem tragen die Paparazzi einen
00:03:34: Teil der Schuld.
00:03:36: Noch am Todestag seiner Schwester reagiert ihr Bruder Charles Spencer öffentlich.
00:03:45: Er
00:03:49: sagt, es sei nicht die Zeit für Schuldzuweisungen sondern für Trauer.
00:03:53: Er habe immer befürchtet, die Presse werde seine Schwester eines Tages umbringen aber nicht erwartet dass sie so direkt daran beteiligt sei.
00:04:02: Verantwortlich macht er die Eigentümer und Chefredakteure aller Blätter die für aufdringliche und ausbeuterische Fotos von Diana bezahlt haben.
00:04:11: Sie hätten gierige und rücksichtslose Menschen dazu ermutigt Für Bilder von ihr alles zu riskieren.
00:04:21: Es ist einer dieser Momente, von dem wir genau wissen wo und wie wir davon erfahren haben.
00:04:27: Also zumindest dann wenn uns unser Gedächtnis kein Streich spielt!
00:04:31: Aber eines ist sicher an diesem Sonntagmorgen verbreitet sich die Nachricht vom Tod Diana's rasen schnell.
00:04:37: Weltweit unterbrechen Radio- und Fernsehstation ihre Programme und Berichten.
00:04:42: Zeitung drucken Sonderausgaben Und das ist jetzt über neunundzwanzig Jahre her.
00:04:47: Im September dieses Jahres, also im Jahr zwei tausendsechsten zwanzig erscheint das Buch Sworn Song von Charles Spencer von Diana's Bruder
00:04:54: Darin schreibt er.
00:04:54: damals habe Prinz Charles ihm am Telefon gesagt, Diana werde bald genug vergessen sein und damit isst Diana wieder in den aktuellen Schlagzeilen.
00:05:04: Das ist für uns Grund genug auf diese Figur Diana Spencer später Princess of Veils oder kurz eben Lady Di zu blicken.
00:05:11: Und damit herzlich willkommen zum Geschichts-Podcast von Frankfurter Allgemeiner Zeitung und Konrad Adenauer Stiftung.
00:05:17: Mein Name ist Christine Brunzel...
00:05:18: ...und ich bin Michael Götz!
00:05:20: Wir wollen uns in dieser Sendung die Frage stellen, lebt die Monarchie von großen Gefühlen?
00:05:25: Und ab wann schaden Sie ihr vielleicht
00:05:27: auch?!
00:05:28: Um darauf Antworten zu finden, schauen wir uns das Leben und den tragischen
00:05:30: Tod von Diana
00:05:31: an.
00:05:32: Und wir haben festgestellt dass es Dinge gibt die sich fest in unserer Erinnerung eingeprägt haben wie William und Harry die hinter dem Sarg gehen der Brief an Mami auf dem Sargg Die Blumen vor dem Buckingham Palace aber auch andere interessante Aspekte die wer in der Recherche neu entdeckt
00:05:46: haben.
00:05:47: Wir schauen in dieser Sendung darauf wie dieser Autounfall das ganze Land die ganze Welt bewegt und auch darauf, was die Demokratie vielleicht von der Monarchie lernen
00:05:59: kann.
00:06:00: Und damit schauen wir zurück ins Jahr nineteenhundertseinundneunzig.
00:06:09: Neunzehnhundertsiebenenundneutzig?
00:06:11: Da war ich fünfzehn Jahre alt – und ich habe noch mal nachgeschaut – mitten in den Sommerferien.
00:06:15: von der neunten zu zehnten Klasse muss das gewesen sein!
00:06:18: Ja, ich war da dreizehn.
00:06:19: Das heißt du warst Zipto oder achte Klasse
00:06:20: schon?!
00:06:21: Achte Klappe!
00:06:22: Ah ja guck... Wie hast Du denn vom Tod daheim das erfahren?
00:06:25: Na so weit ich mich erinnere, habe ich gerade fern gesehen als die Nachricht vom Unfall kam und ich weiß dass ich dann zu meiner Großmutter gelaufen bin.
00:06:32: Die um die Ecke gewohnt hat.
00:06:33: Und deine Oma war der erste Ansprechpartnerin dafür?
00:06:36: Naja sie hat diese Illustrierten wie Neupost oder Freizatt-Revue gekauft... Ja okay!
00:06:40: ...und die waren natürlich voll mit royalen Geschichten und die hab' ich dann auch gelesen als Kind.
00:06:43: Ja
00:06:44: findet man als Teenie Mädchen wahrscheinlich auch umso
00:06:46: spannender.
00:06:48: Du warst direkt im Thema.
00:06:49: Ich kann mich tatsächlich muss ich ehrlich sagen und wahrscheinlich Bin ich da einer von wenigen, bin auch sehr gespannt ob sie uns schreiben.
00:06:56: Wann Sie denn vom Tod von Diana erfahren haben?
00:06:59: Ich kann mich wirklich nicht dran erinnern.
00:07:01: aber schauen wir noch ein bisschen genauer hin was das für eine Zeit war und sind sieben neunzig.
00:07:05: Du hast auch über unsere persönlichen Erinnerungen hinaus nochmal genauer recherchiert.
00:07:09: Ja habe ich.
00:07:10: Ich fange mal ein bisschen leichter an mit der Popkultur.
00:07:13: Wir sind siebenundzig.
00:07:14: in der frühen Phase von Seifenopern und Reality-Talkshowformaten, also im Vorabendfernsehen läuft vielleicht erinnern sich manche verbotene Liebe, Marienhof oder GZSZ.
00:07:24: Ja
00:07:24: und am Nachmittag Oliver Geißen wäre am Mittag usw.
00:07:26: Und natürlich abends die Harald Schmidt Show.
00:07:29: Das ist also die Zeit was das Fernsehen so angeht?
00:07:31: Musikalisch kann ich auch anknüpfen, da war ich auf jeden Fall am Beginn oder mitten drin in der Techno-Phase.
00:07:37: Ja, ich eher ganz klassisch bei den Boybands.
00:07:39: Ui,
00:07:40: wir erfüllen echt alle Klischees!
00:07:43: Take that?
00:07:43: Oder Backstreet Boys eigentlich?
00:07:44: Backst Street Boys natürlich... Mit der Tanny kommt dann Ende siebenundneinzig eine der größten kommerziellen Erfolge der Filmgeschichte in die Kinos.
00:07:51: Ganze elf Oscars hat der Film
00:07:53: gerunt.
00:07:55: Ich verstehe gar nicht
00:07:56: was die alle für ein Gewesen machen.
00:07:58: Sie sieht nicht viel größer aus als die Mauritanian.
00:08:00: Du magst vielleicht
00:08:01: über andere Dinge spotten,
00:08:02: Bros.,
00:08:02: aber nicht über die Titanic!
00:08:04: Sie ist über einhundert Fuß länger als die Maritania
00:08:06: und sehr viel luxuriöser.
00:08:08: Ja und ich war dann natürlich auch im Kino?
00:08:10: Ja, ich war sogar dreimal... Oh okay Und ähm.. Auch interessant, Joan Kay Rowling hat im selben Sommer Harry Potter unter Stein der Weisen veröffentlicht.
00:08:18: Ah, hat man gar nicht so auf dem Schirm, ne?
00:08:19: Nee das wird erstmal.. Das wird erstmal auch gar nicht richtig wahrgenommen.
00:08:22: Aber ja später zeigt sich dann, dass das Buch eines der erfolgreichsten Literatur- und Medienphänomene unserer Zeit wird.
00:08:29: Ja!
00:08:29: Und auf die Bücher haben irgendwann alle gewartet auf die Filme
00:08:32: auch?
00:08:33: Ein anderes wichtiges Thema ist die beginnende digitale Revolution.
00:08:36: Das Internet ist noch neu und viele verbinden das vor allem mit diesem Sound.
00:08:42: Stimmt das gute alte Modem.
00:08:46: Heute alles nicht mehr so ganz vorstellbar, auch dass man nicht telefonieren konnte wenn jemand aus der Familie im Netz war... ...und dann im Herbst siebenundneunzig registrieren Zwei Stanford- Studenten, die domain google.com.
00:08:57: Heute natürlich auf jeden Fall nicht mehr wegzudenken.
00:09:00: Nee und ein Jahr später gründen sie dann das Unternehmen Google.
00:09:03: Und die Erfolgsgeschichte, die ab diesem Punkt dann startet, die kennen wir alle... ...und natürlich auch wie viel Einfluss das auf unseren Leben nimmt.
00:09:10: Apropos Einflüsse auf das Leben um eine ganz billige Überleitung mitzunehmen Um auf die Politik zu schauen, Helmut Kohl ist dann noch Kanzler.
00:09:18: Er hat es im fünften Jahr seiner Kanzlerschaft in der Koalition mit der FDP.
00:09:23: Es gibt damals Diskussionen darüber wie das Land neue Impulse bekommt oder bekommen kann.
00:09:29: Die Arbeitslosigkeit steigt Anfang siebenundneinzig ganz stark an.
00:09:32: Im Januar wird mit rund vier Komma drei Millionen Arbeitslosen neuer Höchststand seit der Wiedervereinigung erreicht.
00:09:38: Und um die Wirtschaft anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen, reagiert die Koalition mit Sparpaketen, mit einer Rentenreform und einer großen Steuerreform.
00:09:47: Die blockiert die SPD, die die Mehrheit im Bundesrat hat.
00:09:50: Wenn
00:09:50: Sie jetzt blockieren egal ob man der Steuer was ich mir wirklich nicht wünsche oder in der anderen Frage was die Altersversorgung betrifft... Dann werden wir über diese Frage eine Wahlentscheidung nächsten Jahr bekommen.
00:10:04: Und die verlieren
00:10:05: Sie.".
00:10:06: Unkohl setzt sich für die Einführung des Euro ein, also trotz starkem innenpolitischen Gegenwind setzt er die Stabilitätskriterien durch.
00:10:13: Die sind wichtig damit der Euro genauso wertstabil wird wie die D-Markt.
00:10:18: Und gleichzeitig wächst der Druck durch die Oppositionen, der SPD mit Gerhard Schröder und Oskar Lafontaine.
00:10:23: Im Bundestagswahlkampf «Achtenneunzig» schaffte Samuel Kohl nicht mehr den negativen Umfrag getrennt umzukehren – und die Wahl verliert er dann auch.
00:10:31: Soweit also die deutsche Innenpolitik?
00:10:33: Was ist denn sonst noch so
00:10:34: los?!
00:10:35: Dann fährt der Mars-Rover erstmals über den Planeten und sendet Bilder zur Erde.
00:10:39: Und der Komet.
00:10:40: Hellbob ist über achtzehn Monate lang mit bloßem Auge am Himmel zu sehen, das ist natürlich ein Medienereignis.
00:10:46: In genau einer Woche am ersten April wird Hellbop am besten zu sehen sein!
00:10:51: Dann isst er riesige Brocken aus Eis-, Gas- und Staub der Sonne am nächsten bevor er wieder für gut zweitausend Jahre aus unserem Blickfeld verschwindet.
00:10:59: Jetzt haben wir uns ganz schön weit entfernt.
00:11:02: Wie ist denn die Lage in Großbritannien selber?
00:11:27: Ein Tag der Superlative, ein Jahrhundert-Walsig und der jüngste Premier im Amt seit eighteenhundertzwölf.
00:11:33: Dass er seine Partei auf Mitte trimmte macht ihn wählbar auch für klassische Story-Client-Tele.
00:11:39: Zeit für einen Wechsel.
00:11:40: keine revolutionären Veränderungen mehr.
00:11:42: soziale Gerechtigkeit sein
00:11:44: Credo.
00:11:48: Jetzt kennen wir die Umständen des Jahres neunzehnt siebenneunzig Und von daraus gehen wir nochmal ein Stück zurück an den Anfang der Liebesgeschichte zwischen Diana und Charles.
00:11:57: fangen wir mal Ganz vorne an.
00:11:59: Wie haben sich die beiden denn eigentlich kennengelernt?
00:12:01: Das war in dem Land Sitz der Familie Spencer, in Allfaube.
00:12:05: Charles ist damals neunundzwanzig, Diana gerade mal sechzehn Jahre alt und Charles ist zu dieser Zeit noch mit Dianas älterer Schwester Sarah Lee-Yed.
00:12:14: Da ist es natürlich erstmal verwirrend und dreizehn jahre Altersunterschied ist natürlich auch eine ganz schöne Hausnummer.
00:12:19: Ja ziemlich!
00:12:21: Diana ist eine junge Frau aus einem alten britischen Adelsgeschlecht der Familie Spenzer.
00:12:25: eben Ende der Entscheidung, als Daherna noch ein Kind ist.
00:12:30: Und sie lebt dann mit ihrem Bruder und ihren beiden Schwestern bei ihrem Vater.
00:12:34: Bei dem ersten Treffen, die war, geht sie noch zur Schule.
00:12:38: Später tritt sie eine Teilzeitstelle als Hilfslehrerin einen Kindergarten an und wird auch als Kindermädchen in einer Nennie-Agentur unter Vertrag genommen.
00:12:48: Begegnet sich Charlton Diana an einem Wochenende auf dem Landsitz eines gemeinsamen Bekannten in Suffix.
00:12:53: Und Diana erinnert sie später, dass sie Charles bei diesem Treffen zum ersten Mal so wirklich wahrgenommen
00:12:58: hat.
00:12:59: Also wenn wir es übersetzen können sagen da hat's also gefunkt?
00:13:02: Ja genau wissen wir das nicht aber jedenfalls war Charles zu dieser Zeit noch ein Trauer um seinen Großonkel Louis Mountbatten.
00:13:09: der war bei einem Attentat der IAA ums Leben gekommen und für Charles sowas wie eine Vaterfigur.
00:13:15: Diana und Charles kommen sich näher.
00:13:17: Und dann schon im November neunzehntachzig lette sie nach Belmoral ein, dem schottischen Landsitz der königlichen Familie.
00:13:24: Da lernt sie auch die Queen kennen – und die Presse wird oft das Paar aufmerksam!
00:13:28: Man kann also sagen es wird langsam ernst aber es gibt schon den einen Haken, der uns allen natürlich in den Kopf kommt.
00:13:34: Ja und ziemlich entscheidend sogar.
00:13:37: Charles ist nämlich emotional eng mit Camilla Parker Bowles verbunden Und die beiden lernten sich bereits in onehundsebzig kennen und haben eine Affäre.
00:13:45: Charles heiratet Camilla aber nicht, sie gilt im Umfeld des Königshauses als nicht die passende Kandidaten.
00:13:51: Sie heiratete dann in neunzehnzehntich den britischen Offizier Andrew Parker Bowles – und das nimmt Charles ziemlich mit!
00:13:58: Charles und Camilla bleiben dann dennoch in Kontakt und die Verbindung ist am Hof auch bekannt und sorgt natürlich für Klatsch-Untrat.
00:14:05: Charles ist inzwischen über dreißig und der Druck, eine geeignete Frau zu heiraten und Thronerben zu zeugen wird größer.
00:14:12: Und Diana ist dann eben nicht nur die junge Frau, in die sich Charles verliebt sondern auch für das Königshaus auf der Liste der Heiratskandidatin?
00:14:21: Na ja, Diana bringt vieles mit was ich der Hof wünscht.
00:14:23: sie ist adelig, sie ist jung Sie ist Engländerin und sie gilt als Formbar für das Leben in der königlichen Familie.
00:14:31: Die Diana Biografin.
00:14:32: Tina Brown beschreibt diese Situation so Nach der kurzen Kennenlandphase geht es dann sehr schnell, nach sechs Monaten verkündet er Buckingham Palace die Verlobung.
00:15:16: Daherna ist sehr jung und hat kaum Erfahrung mit Beziehungen.
00:15:19: Charles ist zweindreißig, beziehungserfahren... ...und der zukünftige König?
00:15:25: Die beiden gehen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen in diese Ehe Und schon früh zeigen sich Risse im vermeintlichen Märchen.
00:15:31: Ja und die Risse sind, ja kann man schon sagen nach außen auch sichtbar.
00:15:35: Ja zum Beispiel bei diesem Fernsehinterview was sie anlässlich ihre Verlobung gegeben haben da werden die beiden gefragt ob sie verliebt sind.
00:15:49: Also Diana antwortet sofort mit Ja und Charles reagiert mit dem Satz Was auch immer Liebe bedeuten mag.
00:15:55: Und das ist definitiv gerade nicht Die romantische Antwort, die man sich von einem Freudekern wünscht.
00:16:00: Nee, ganz und gar nicht!
00:16:02: Er erinnert sich später auch... diese Bemerkung sehr verletzt hat und rückglückend ist das vielleicht ein Zeichen dafür, dass beide sehr unterschiedliche Vorstellungen von ihrer Beziehung haben.
00:16:11: Na was du schön gesagt!
00:16:12: Der Historiker Leonatorowski mit dem wir für die Folge gesprochen haben, hat mir erklärt, daß beide Diana Unscharls von ihrem Temperament ihren Prägungen natürlich auch zum Beispiel von ihrer Lebenserfahrung unglaublich ungeeignet dafür waren miteinander eine glückliche Ehe zu führen.
00:16:28: Weil, das vergisst man ja oft und es wird eben durch Schlauzbenzels Buches in Erinnerung gerufen da er nah aus dem Grunde noch viel neurotischer und schwierigeren Familienverhältnissen war, trotz der in Anführungszeichenholengebord als Ehemann, der im Vergleich dazu geradezu idyllisch aufgewachsen ist.
00:16:49: Obwohl natürlich das auch schon extrem unnormaler.
00:16:52: Aber trotzdem gibt's dann die Märchen Hochzeit!
00:16:56: Am neunundzwanzigsten
00:17:01: Juli, Ninetein八zig findet dann die Hochzeit in der St.
00:17:04: Pauls Cathedral in London statt und wurde weltweit übertragen.
00:17:08: Millionen Zuschauer in seventy-vier Ländern verfolgen das Ereignis.
00:17:12: Die Gläser eine Kutsche gezogen von vier Schimmeln Und Diana's Kleid mit der langen acht Meter langen Schleppe wird zum Symbol dieser Märchenhochzeit.
00:17:20: Die Begeisterung war enorm!
00:17:21: Die britische Öffentlichkeit feiert Diana als neue Prinzessin und Tina Brown beschreibt den Tag so Der Tag der Hochzeit entfaltete eine so starke Magie, dass das ganze Land von einer unsinnigen unbändigen Freude erfasst wurde.
00:17:37: Als Symptome akuten Royal Fiebers nannte der Tettler extreme Patriotismus-Wallungen bei Koralmusik unwillkürlichen Tränenfluss über den rückenlaufende Schauder und ausgeprägte Neidgefühle gegenüber Braut und Breutigamn.
00:17:53: Der Begeisterungstaumel machte aus jedem Schreiberling einen Trubadur, aus jedem Republikaner einen Royalisten.
00:18:01: Sehr eindrücklich!
00:18:02: Kommen wir zurück zu unserer Hauptfigur Diana selbst.
00:18:05: hat sie das wirklich auch so als Märchen erlebt?
00:18:07: Nicht unbedingt.
00:18:08: Sie soll später gesagt haben sie habe sich an dem Tag wie ein Lamm auf den Weg zur Schlachtbank gefühlt.
00:18:13: Okay das ist jetzt genau das Gegenteil.
00:18:15: Ja es ist sehr drastisches Bild aber es zeigt eben wie weit die öffentliche Inszenierung und ihr Persönliches Erleben auseinandergehen.
00:18:22: Und er heißt es, die Ehe ist einfach von vornherein zum Scheitern verurteilt?
00:18:25: Ich meine das
00:18:26: könnte man ja annehmen.
00:18:27: Ja!
00:18:27: Das habe ich Leonatorowski auch gefragt...
00:18:29: Aus der Perspektive der alten monarchischen Traditionen aus daher was diese Ehe überhaupt ja arrangiert worden ist hat sie in einem gewissen Sinne Erfolg gehabt denn der Erfolg bestand darin dass man eine standesgemäße Frau heiratet und mit ihr die nötigen Erben für den Thron folgt und zwei Söhne ist aus dieser Perspektive genau Erfolg.
00:18:54: Das heißt den Plan zu erfüllen, deswegen hatten sie danach eben auch keine Kinder mehr das es ja in Prinz Harris Autobiographie schon im Titel angedeutet Air and Spare der Erbe und der Ersatzerbe.
00:19:05: dann ist der Plan erfüllt.
00:19:07: Aber natürlich wenn man das Glück beider Partnern in den Vordergrund stellt dann stand diese Ehe von Anfang an unter keinem guten Stern.
00:19:13: Und dann kommt der erste Prinz zur Welt William, neunzeitzweinachtzig geboren und der zweite Prinz Henry oder Harry genannt.
00:19:20: Neunzentvierne Achtzig.
00:19:22: Und die beiden waren für Diana offenbar besonders wichtig?
00:19:25: Ja, Diana wollte eine gute Mutter sein, die für ihre Kinder selbst da war.
00:19:29: sie nimmt aktiv am Schulalltag teil begleitet die Jungen zu Veranstaltungen und versucht ihnen auch das Leben außerhalb der privilegierten Welt des Königshauses zu zeigen.
00:19:39: Und damit unterscheidet sie sich von der traditionellen Vorstellung königlicher Pflichterfüllung.
00:19:43: Gasi will nicht nur Repräsentationsaufgaben erfüllen, sondern eine persönliche Beziehung zu ihren Kindern aufbauen.
00:19:50: Ja
00:19:50: und es ist einleuchten dass sie eine gewisse Begeisterung für Kinder mitbringt.
00:19:53: sonst hätte sie ja nicht als Kindergärtnerin gearbeitet.
00:19:56: Trotzdem wären dessen Krisel das in der Ehe immer mehr.
00:20:00: aber Diana's Beliebtheit in der Öffentlichkeit steigt.
00:20:02: was macht sie da so besonders?
00:20:04: Diana hat eine außergewöhnliche Fähigkeit Zumindest wird dir das nachgesagt, Menschen das Gefühl zu geben wahrgenommen zu werden.
00:20:11: Sie setzt ihre Bekanntheit gezielt für wohltätige Zwecke ein – zum Beispiel für den Kinderschutz und die Unterstützung von Menschen mit HIV oder AIDS.
00:20:21: Sie eröffnet eine AIDS-Station in London und schüttelt Betroffenen ohne Handschuhe die Hand.
00:20:26: Und damals haben viele Menschen noch Angst vor Ansteckung durch ne bloße Berührung.
00:20:31: Diana hat damit auch geholfen, Vorteile abzubauen!
00:20:35: Und später engagiert sie sich gegen Landmien.
00:20:37: Da gibt es ja wirklich dieses ganz berühmte Foto von ihr mit Schutzwärste und Visier, die Bilder gehen um die Welt und ich würde sagen Sie weiß auch definitiv wie stark Bilder wirken können?
00:20:47: Ja absolut Diana versteht die Medien nicht nur als Bedrohung sondern auch als Möglichkeit Themen sichtbar zu machen und sie verfolgt dabei durchaus den Ehrgeiz populärer zu sein als die übrigen Rolls.
00:20:58: an der Aufrichtigkeit ihres Engagements ändert das aber nichts.
00:21:02: Also sie weiß, dass Menschen sich für Sie interessieren und sie nutzt diese Aufmerksamkeit.
00:21:06: Aber es gibt schon so eine Art Wet-Rennen kann man sagen ne?
00:21:08: Ja!
00:21:09: Und sie setzt auch Mode-Strenz.
00:21:11: Ein besonders bekanntes Beispiel ist ein schwarzes Kleid das sie fourneinzig bei einem öffentlichen Auftritt trägt nachdem Charles seine Untreue in der Fernsehdokumentation eingeräumt hat und die Medien nennen das dann Revenge.
00:21:23: Stress
00:21:24: Sagt schon einiges, dass sie in diesem Kleid auftritt.
00:21:27: sie will auf jeden Fall sich nicht verstecken.
00:21:29: So wird der Auftritt zumindest interpretiert.
00:21:33: Diana entwickelt dann zunehmend eine eigene öffentliche Identität.
00:21:36: und genau darin liegt der Konflikt mit dem Königshaus, die Monarchie beruht auf Tradition, Zurückhaltung und der Vorstellung dass die Institution wichtiger ist als die Person.
00:21:47: Und Diana stammt ja selbst aus genau diesem milieu.
00:21:50: also die Spencer gehören zum alten britischen Adel und damit ein Kern des Establishments Diana dazu erzogen, Gefühle zu kontrollieren und die berühmte Steve Aparlip zu bewahren.
00:22:03: Also Haltung und Souveränität durch emotionale Zurückhaltung zu zeigen aber mit der Tradition bricht sie.
00:22:09: Und hatte dabei eben den Zeug da ist auf ihrer Seite?
00:22:12: Das ist das was die Kollisionen mit ihrer Schwiegerfamilie mit sich gebracht hat weil die alle eben es als im Grunde Verrat betrachteten sich plötzlich so zu verhalten wie man sich als Angehöriger der Königfamilie oder auch der Apakas nicht verhalten durfte, wo?
00:22:30: sie hat meines Erachtens eben erkannt dass die Zeit eigentlich dafür reif war.
00:22:35: Nicht zuletzt natürlich unter massiven amerikanischen kulturellen Einfluss und weil aus Amerika irgendwie ganz stark diese Perspektive kamen auf natürlich als Folge der Sechziger und Siebziger dass man doch sich selbst zurückgüchen müsse, dass man Therapie machen müsste.
00:22:49: Dass man über seine Zeit privat leben sprechen muss um es besser zu machen und der gleichen Dinge.
00:22:55: Und das man sich eben auch nicht damit abfinden dürfe, dass er eher Mann und Treu ist wenn man dafür wenigstens eine gute soziale Position hat.
00:23:04: Diana zeigt Gefühle, spricht über persönliche Erfahrungen und sucht Nähe zu den Menschen.
00:23:08: Aus meiner Sicht definitiv eigentlich eher eine Stärke.
00:23:12: Warum wird das denn zu ihrem Problem?
00:23:14: Weil Diana damit die Erwartungen an ihre Rolle verändert.
00:23:18: Die königliche Familie folgt lange dem Grundsatz Never Complain, never explain Also nicht klagen und nichts erklären.
00:23:24: Persönliche Konflikte sollen privat bleiben
00:23:27: Und Diana hält sich eben nicht an genau diese Regel.
00:23:29: Sie will nicht einfach an der Seite ihres Mannes stehen sondern als eigenständige Person wahrgenommen werden Und Charles muss erleben dass seine Frau bei öffentlichen Auftritten oft mehr Aufmerksamkeit bekommt als er selbst.
00:23:41: Daran liegt ja Konflikt.
00:23:42: Diana passt nicht in die Rolle der zurückhaltenden Ehefrau eines Thronfolgers.
00:23:47: Während Charles sein Leben lang versucht, Regeln und Erwartungen der Monarchie zu erfüllen, gewinnt Diana die Menschen scheinbar mühelos für sich.
00:23:55: Und ihrer Art verkörpert sie etwas das dem Königshaus fehlt – Gefühl!
00:23:59: Das Problem lag darin dass ihr Wunsch selbst wirklich zu werden Weigerung, einfach stumm an der Seite ihres Mannes zu bleiben oder nur hübsch dekorativ zu sein und sich nicht zu beschweren.
00:24:17: Dass das natürlich kollidierte mit dem ganzen auch ausdrücklichen Ethos dass die Königin immer verkapert hat nämlich zu dienen und sich nichts zu
00:24:29: beschwert.".
00:24:29: Und dabei muss man berücksichtigen dass die britische konstitutionelle Monarchie auf einer jahrhunderte alten Tradition beruht.
00:24:35: Der Monarch äußert sich zu politischen und gesellschaftlichen Streitfragen grundsätzlich nicht öffentlich.
00:24:40: Also das heißt, es ist sowieso in die Rolle eines britischen Königs oder einer britischen regierenden Königin noch zusätzlich eingebaut, dass sie sich zu allen wesentlichen Fragen zurückhalten sollen?
00:24:53: Das kommt also quasi noch als Verstärkung zu der sowieso In-der-Aberglas und im Königshaus traditionellen Halt und Hinzu, dass man nicht über sich selbst so sehr reden soll.
00:25:05: Also halten wir fest Diana ist bei den Medien beliebter und erregt aber auch Aufmerksamkeit bei anderen Männern.
00:25:11: Ja genauso wie Charles hat sie auch eigene Affären unter anderem zu ihrem Reitlehrer James Hewitt.
00:25:17: Es kommt wie es kommen muss.
00:25:18: Diana und Charles machen sich gegenseitig Vorwürfe Und die Boulevardpresse berichtet natürlich gerne und immer häufiger über die Probleme des Paares.
00:25:26: Ja, zum Beispiel in two ninety-two.
00:25:28: Da werden private Telefongespräche Dianas bekannt und gleichzeitig kursieren Briefe aus ihrer Beziehung zu Hewitt.
00:25:35: aber Diana will nicht länger das nur andere über ihre Ehe sprechen und arbeitet seit nineteen-neunzig mit dem Journalisten Andrew Morton im Buch über ihr Leben Und Diana Hurt True Story erscheinte an zwei ninety.
00:25:48: Sie macht also ihre ganz eigene Version der Geschichte öffentlich und das verkauft sich natürlich.
00:25:53: Ja, in dem Buch geht es um Ihre Eheprobleme, Ihre Essstörung, Ihre Verzweiflung und die Spannungen innerhalb der königlichen Familie.
00:26:01: Die Veröffentlichung erschüttert den Hof daher er überschreitet damit eine rote Linie.
00:26:06: was innerhalb der Familie passiert bleibt in der Familie
00:26:09: Und sie weiß sehr gut die Medien zu nutzen um ihre Sicht der Dinge zu vermitteln und gewinnt damit auch viele Sympathien.
00:26:16: Für viele Menschen ist sie eine junge Frau, die in einer unglücklichen Ihe gefangen ist.
00:26:20: Obwohl sie ebenfalls Affären hatte.
00:26:22: für Leonor Turovski hat das folgenden Grund
00:26:25: weil es eben derzeit tatsächlich noch als Pioniertat empfunden wurde dass sich eine frau über das aus ihrer Sicht oder ja auch das ziemlich eindeutig nicht sagt so tabel verhalten ihres Ehemanns beschwert.
00:26:38: Und sie hat diese Schlacht um die öffentliche Sympathie, die dann wirklich ausprach als ihr Mann und sie in Grunde schon getrennt waren.
00:26:45: Und beide darum kämpfen jeweils die Sympathy auf ihrer Seite zu ziehen.
00:26:49: Sie hat dieses Schlacht gewonnen...
00:26:50: ...Linatorowsky sagt weil sie als junge charismatische Frau leichter Mitgefühl wecken kann.
00:26:56: Zugleich steht mit Charles nicht nur ihr Ehemann sondern eben auch der künftige König gegenüber Der für viele Briten das Establishment verkörpert Und dadurch hat Diana den Bonus des Underdogs, mit dem sich eben viele Menschen eher identifizieren.
00:27:10: Das ist ja auf jeden Fall nachvollziehbar und sehr in vielen anderen Geschichten ganz ähnlich.
00:27:15: Aber es hilft alles nichts!
00:27:16: Im Dezember of two ninety verkündet Premierminister John Major schließlich im britischen Parlament die öffentliche Trennung des Prinzen oder der Prinzessin von
00:27:39: Wales.
00:27:43: Aber damit ist die Geschichte noch lange nicht vorbei.
00:27:46: Nein, denn beide stehen weiterhin im Rampenlicht und der Konflikt verlagert sich zunehmend in die Öffentlichkeit.
00:27:55: Und
00:27:55: was hat er da genau erzählt?
00:27:56: Da
00:27:57: spricht er über sein Leben und seine Beziehung zu Diana – und er wird auch gefragt ob er seiner Frau treu gewesen.
00:28:03: Und er antwortet, dass sei so gewesen bis klar geworden ist, dass die Ehe unwiderruflich gescheitert war.
00:28:09: Also er gibt
00:28:09: es damit zu?
00:28:10: Ja!
00:28:10: Damit gibt er den Ehebruch zu, räumt ihn ein und stellt seine Sicht der Beziehung öffentlich dar.
00:28:38: Das wiederum lässt der Erinner nicht auf sich sitzen.
00:28:40: Vom Revenge Stress haben wir ja schon gesprochen.
00:28:42: Na ja, da kommen noch eine Menge mehr zusammen.
00:28:44: aber im November, aber im September, jedenfalls gibt sie Martin Baschier von der BBC einen Fernsehinterview das Millionenmenschen sehen und sie spricht offen über die gescheiterte Ehe- und Charles Beziehung zu Camilla Und sie äußert Zweifel daran, ob die Monarchie in ihrer bisherigen Form Bestand haben kann.
00:29:11: Auch Charles Rolle als künftiger König spricht sie kritisch
00:29:19: an.
00:29:30: Das Interview hat eine enorme Wirkung, weil daher einer erst mal selbst vor der Kamera spricht und dabei auch ihre Medienerfahrung einsetzt.
00:29:37: Jedenfalls hatte dieses Interview dann den Effekt das es im Grunde schon vorbereitet hat was ich sagen würde was der Tiefpunkt des Ansehens der britischen Monofi in den folgenden Jahren war, weil sie eben nicht erfolgreich diese Veränderungen des Zeitgeistenergiätes hatte so wie Sie ja seit spätestens Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts das immer wieder hatte tun müssen.
00:29:58: Aus der muss man dazu sein, wirklich großen Angst abgeschafft zu werden.
00:30:02: Für die
00:30:02: Krone ist das Interview ein schwerer Schlag.
00:30:04: Vor allem die Zweifel an Charles Eignung wertet man als direkten Angriff auf die Immunarchie und Diana gewinnt durch das Interview einerseits große öffentliche Sympathie andererseits sehen andere nie auch eine geschickte Akteurin, die die Medien für ihre eigenen Zwecke nutzt und einsetzt.
00:30:20: Jedenfalls das Interview spaltet die Öffentlichkeit bis heute.
00:30:23: Naja und dazu kommt, dass später bekannt wird, dass Martin Baschier bei der Anbahnung des Interviews gefälschte Dokumente verwendet hat – die spielen eine Rolle dabei, dass Diana dem Journalisten überhaupt vertraut und den Fernsehgespräch zustimmt!
00:30:38: Und dann wird die Ehe offiziell beendet, richtig?
00:30:40: Ja, wenige Wochen nach dem Interview spricht sich Queen Elizabeth für ne Scheidung aus….
00:30:45: …und am XXI.
00:30:46: August ist die Scheidungen rechtskräftig.
00:30:50: Diana erhält eine beträchtliche finanzielle Abfindung, verliert aber den Titel Königliche Hoheit.
00:30:56: Sie bleibt die Prinzessin von Wales und setzt ihre wohltätige Arbeit fort.
00:30:59: Und gleichzeitig wird sie weiterhin von Fotografen verfolgt...
00:31:03: ...und genau das
00:31:03: wird ihr
00:31:03: schließlich zum Verhängnis!
00:31:05: Das lässt sich nicht so auf eine einzige Ursache reduzieren, aber ja, die Verfolgung durch Paparazzi spielte bei den Ereignissen, die zu ihrem Tod führten in zentrale Rolle.
00:31:15: Hier ist das erste deutsche Fernsehen mit der Tagesschau.
00:31:26: Guten Abend,
00:31:27: meine Damen und Herren.
00:31:29: Weltweit herrschen Trauer- und Fassungslosigkeit über den Tod von Prinzessin Diana.
00:31:34: Sie verunglückt in Paris im Auto, verfolgt von Sensationsfotografen.
00:31:39: Mit der thirty-sechjährigen starben ihr Freund, der Millionärssohn Alphayet und der Fahrer.
00:31:45: Ein Leibwächter wurde verletzt.
00:31:48: Der Unfall ereignete sich kurz nach Mitternacht.
00:31:51: Vergeblich kämpften die Ärzte um Diana's Leben – sie hinterlässt zwei Kinder!
00:31:56: Ihr früherer Mann, Prinz Charles, kam nach Paris um den Leichnamen nach Großbritannien zu holen.
00:32:01: Nach Dainas Tod erfasst Großbritanin eine beispiellose Welle öffentlicher Trauer.
00:32:06: Menschen legen Blumen am Buckingham-Palast und am Kensingtonpalast nieder.
00:32:10: Sie kontrollieren und verfolgen die Ereignisse in den Medien.
00:32:13: Das Ausmaß der Anteilnahme zeigt, welchen Platz Diana am öffentlichen Bewusstsein hatte.
00:32:18: Die königliche Familie dagegen
00:32:20: reagiert
00:32:20: erst mal zurückhaltend?
00:32:22: Die Queen bleibt erstmal mit ihrer Familie auf Schloss Belmoral in Schottland auch um William und Harry zu schützen.
00:32:28: also sie hält dann ihre traditionellen Zurückhaltungen fest.
00:32:31: Dem gegenüber steht aber die Bevölkerung erwartet eine öffentliche Reaktion.
00:32:35: Ja viele Briten fordern Flagge am Buckingham Palace auf Halbmast zu setzen.
00:32:40: Und normalerweise wird die sogenannte königliche Standarte gehisst, wenn der Monarch im Gebäude ist.
00:32:46: Auch beim Tod eines Monarchen wurde bis dahin keine Flagge auf Halbnast gesetzt.
00:32:50: Aber unter dem öffentlichen Druck und der Kritik von Medien folgt sich die Königen – sie lässt den Unionjack am Tag von Dajanas Beerdigung auf halbmastsetzen!
00:32:59: Und auch die Tatsache, dass William und Harry hinter dem Sage ihrer Mutter herlaufen müssen stößt bei vielen Menschen auf Unverständnis.
00:33:06: Zum Beispiel muss ich auch gestehen das ich als Historiker der eben Jahrzehnte damit verbracht hat schon früh neuzeitliche Monarchien und unter anderem auch jetzt ceremoniell zu untersuchen Dass ich immer tatsächlich mich dabei ertapte zu denken wieso ist es doch ganz normal?
00:33:23: Das die beiden Söhne der Verstaubenden in der Prozession bei der Beerdigung mitlaufen.
00:33:30: Und wenn das mir schon so geht, der ich in Anführungszeichen nur ein paar Jahrzehnte um mich damit beschäftigt habe dann kann man sich vorstellen dass es aus der Perspektive der Familie natürlich vollkommen selbstverständlich war.
00:33:41: Denn auch Prinz Philipp musste als siebzehnjähriger bei der Beerdigung seiner Schwester ihres Mannes und ihrer kleinen Kinder mitlaufen die damals bei einem Flugzeugabsturz gestorben sind sagt Leonatorowski.
00:33:51: Und man muss sagen Diana war zu dem Zeitpunkt ihres Todes schon ein Jahr geschieden also war kein Mitglied der königlichen Familie mehr.
00:33:58: Es gab schlichtweg keinen Präzidenzfall für diese Situation.
00:34:01: Und gerade weil die öffentliche Trauer so intensiv ausfällt, wird sie heute mit fast dreißig Jahren Abstand oft mit einer gewissen Distanz und Ironie beobachtet.
00:34:10: Wenn Sie heute Briten fragen – und zwar nicht nur solche aus der alten Apaklas da ist es besonders ausgeprägelt aber auch andere wie Sie zurückblicken auf dem Jahr nineteenundneunzig dann werden viele sagen das war eine Massensisterie wie dass sonst eigentlich nur die Amerikaner haben.
00:34:24: und da fing es damit an dass unsere Gesellschaft sich entfernte von Regeln und von dem Gefühl, sie sich zurückhalten zu müssen.
00:34:34: Und kühler Rationalität hin zur emotionaler Aufgeladenheit die dann auch Saftfragen völlig verzerren kann.
00:34:42: also spätestens seitdem Brexit Und seit den Erfahrungen mit modernen Populismus gibt es da eben auch nochmal eine schlicht kritische Rückweg.
00:34:50: Am
00:34:50: Vorabend der Beerdigung wendet sich Queen Elizabeth in einer live Fernsehansprache an die Nation und sie spricht nicht nur als Königin, sondern auch als Großmutter.
00:35:13: Ja,
00:35:13: die Queen würde ich Diana als außergewöhnliche Persönlichkeit.
00:35:17: Sie lob ihre Herzlichkeit ihr Engagement für andere und besonders ihre Hingabe an William und Harry.
00:35:23: War das also jetzt der Moment in dem das Königshaus verstanden hat dass sich die Zeiten verändert haben?
00:35:27: Das war
00:35:28: zumindest eine entscheidende Wendepunkt!
00:35:30: Also die öffentliche Trauer zeigte, dass die Menschen von der Monarchie nicht nur Pflichterfüllung und Tradition erwarteten sondern eben auch persönliche Anteilnahme.
00:35:38: Und dann kommt, als abschließendes Großereignis die Trauerfeier für Diana.
00:35:44: Samstag, September der Sechs, ist neun Uhr und acht Minuten.
00:35:52: Die Tenor Glocke der Westminster Abbey schlägt zum ersten Mal.
00:35:57: Ab jetzt jede Minute einmal – die ganze Dauer des Trauerzuges langen.
00:36:03: Vor dem Kensington-Palast steht der Sarg auf einer Geschützlerfette bedeckt mit der königlichen Standate.
00:36:10: Eigentlich steht das nur regierenden
00:36:12: Monarchen oder unmittelbaren Mitgliedern der Königsfamilie zu, da Jenna nach ihrer Scheidung nicht mehr.
00:36:19: Sechs
00:36:19: schwarze
00:36:20: Pferde ziehen das Gespann.
00:36:22: Reiter der King's Troop begleiten ihn – acht Soldaten
00:36:26: der Welsh
00:36:26: Guards gehen daneben!
00:36:28: Der Zug setzt sich langsam in Bewegung und
00:36:31: fährt die Straße
00:36:32: entlang.
00:36:33: Die Menschenmenge am Straßenrand
00:36:35: ist so still, dass man das Klappern
00:36:38: der Pferdhofe hört….
00:36:41: Mehr als eine Million Menschen stehen am Straßenrand.
00:36:46: Vorbei, am Buckingham-Palast Der Union Jack weht auf Halbmast.
00:36:51: Das Geschah spät erst unter öffentlichem Druck.
00:36:55: Als der Sarg vorbeifährt neigt die Königin am Straßenland den Kopf Der einzige dokumentierte Moment in dem das je passiert.
00:37:05: Ab dem St James Palast reihen sich hinter dem Sarg Prinz Philipp, Prinz Charles, William Harry und Charles Spencer ein.
00:37:13: Für die beiden Söhne, die erst fünfzehn-und zwölf Jahre alt sind – wohl ihr schwerster Gang!
00:37:20: In der Ebbe sitzen rund zweitausend Gäste aus aller
00:37:23: Herren Länder.
00:37:24: Elton John singt eine Neufassung seines Songs Candle in the Wind Aus einem Lead für Marilyn Monroe ist ein Abschiedslied für Diana geworden.
00:37:48: Es wird mit über dreiunddreißig Millionen verkauften Platten die erfolgreichste Single aller Zeiten werden, dann spricht Charles Spencer.
00:38:01: Er
00:38:08: nennt seine Schwester die meistgejagte Person des modernen Zeitalters.
00:38:23: Die
00:38:39: Trauergäste applaudieren, auch das ist im Protokoll natürlich nicht vorgesehen.
00:38:44: Als der Sagti Abby verlässt, folgt eine Schweigeminute.
00:38:48: Im ganzen Land halten die Autos an.
00:38:51: Zwei bis zweieinhalb Milliarden Menschen verfolgen die
00:38:54: Übertragung
00:38:55: weltweit in Großbritannien rund einunddreißig Millionen.
00:39:00: Am Nachmittag wird Diana im engsten Familienkreis auf einer Insel
00:39:04: in einem See auf dem Familien-Sitz
00:39:06: auf Ort
00:39:06: beigesetzt – ohne
00:39:08: Presse!
00:39:09: Nicht auf dem Königlichen Friedhof in Frogmore sondern dort wo ihre Familie es
00:39:14: wollte.
00:39:19: Wir können auf jeden Fall festhalten, dass die Reaktionen auf Diana's Tod riesig waren im Land und weltweit – und ihr gehören definitiv die Sympathien des Volkes.
00:39:28: Diana hat ja selbst in ihrem Interview mit der BBC gesagt, dass sie sich nicht als Königin des Landes sieht sondern als Königen der Herzen.
00:39:35: Das ist sie für viele Menschen auch gewesen.
00:39:37: Man fragt sich natürlich, wie viel die Krone durch diese Vorgänge verändert wurde.
00:39:42: Auch gelernt hat oder wieviel dadurch den öffentlichen Druck bewegt wurde?
00:39:46: Wir haben am Anfang ja schon darüber gesprochen bis Internet steckt noch in den Kinderschuhen.
00:39:50: Ich würde sagen heutzutage wäre auf den verschiedenen Plattformen wahrscheinlich innerhalb von Minuten die Hölle los.
00:39:55: Ja das sehen wir auch heute Beispiel von Harry und seiner Frau Meghan.
00:40:00: da wird alles medial begleitet und kommentiert.
00:40:02: Von damals bis heute stellt sich die Frage was macht es mit der Monarchie wenn sie nicht für Macht und Würde stehen kann, sondern sich plötzlich mit familiären Skandalen und großen Gefühlen konfrontiert sieht.
00:40:19: Darüber möchte ich noch mal ausführlich mit unserem Experten dieser Folge sprechen.
00:40:23: Leonhard Horowski ist Historiker und beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Monarchie unter anderem auch in seinem Buch Das Europa der Könige.
00:40:31: Da geht es vor allem um die höfische Gesellschaft des siebzehnten und achtzenden Jahrhunderts Und ich habe aber das Gefühl, da finden wir auch schon ein paar von den Fragen die uns heute wieder beschäftigen.
00:40:41: Eben wie zeigt man Gefühl ohne dass man an Würde verliert?
00:40:45: Was darf öffentlich werden und was ist vielleicht besser hinter dem Vorhang aufgehoben?
00:40:50: Das alles besprechen wir jetzt und ich freue mich sehr, dass er hier ist.
00:40:53: Herzlich willkommen Herr Horowski!
00:40:55: Wir
00:40:55: haben es ja eingangs schon gehört Charles Spencer der Bruder von Diana schreibt in seinem neuen Buch Sworn Song Prinz Charles habe ihm nach ihrem Tod am Telefon gesagt, Will forget her soon enough.
00:41:07: Der Palaster darauf erklärt die Trauer könne Urteil und Erinnerung trüben.
00:41:10: Und ob der Satz so wirklich gefallen ist das werden wir ordentlich klären können.
00:41:14: Die beiden waren wenn da so stimmen würde auf jeden Fall allein.
00:41:17: Sicher ist auf jeden fall letztens siehmal und sich haben millionen Menschen getrauert und neunzwanzig jahre später Ist Diana auf jedenfall in der innerung immer noch festhaft geblieben.
00:41:26: Wenn Sie Ich gebe es ehrlich zu, ich habe oft mehr Spickzettel geschrieben für Schularbeiten um sie dann wegzuschmeißen.
00:41:33: Wenn Sie uns drei Stichpunkte auf den Spick Zettel schreiben würden warum das vergessen bei Diana eben nicht funktioniert?
00:41:40: Was wären diese drei?
00:41:42: Der erste Faktor ist sicher der dass Diana auf ewig jung bleiben wird in einem gewissen Sinne weil sie eben mit sechs oder dreißig Jahren schon gestorben ist.
00:41:55: und das so brutal das vielleicht klingt, hilft unglaublich.
00:42:00: Denn wenn wir uns vorstellen würden dass ihr Schufeur nicht betrunken gewesen wäre und oder sie einen Sicherheitsgurt angelegt hätte in Paris und dass sie also bis heute weiter leben würde dann wäre sie jetzt sechsundsechzig und dann wäre an der relativen Banalität ihrer Weiterexistenz zweifellos ein großer Teil des Mythos langsam abgebröckelt.
00:42:25: Der zweite Und vielleicht strukturell wichtigere Grund ist natürlich der, dass sie in den neunzigsten und neunziger Jahren ein neues... ich will es sagen nicht nur Frauenideal sondern ein neues Ideal überhaupt von privaten Leben in der Öffentlichkeit verkörpert hat.
00:42:42: Das war einfach gesagt er besiegt hat!
00:42:46: Ein dritter Punkt fällt mir gar nicht unbedingt auf Anhieb ein weil ich sagen würde das natürlich falls der jetzt die König wirklich das gesagt haben sollte mit dem vergessen dass aus ihm da in dem moment ohne dass es ihn ganz bewusst gewesen sein mag die perspektive einer königsfamilie und eine institution sprach Die buchstäblich tausend Jahre alt ist.
00:43:12: Und die tatsächlichen anderen zeithorizont hat also soon enough ist.
00:43:16: aus der perspektiven sind dann fünfzig oder hundert jahre und ich würde nicht In aller Unschuld eine Wette darauf abschließen, ob sich in fünfzig oder hundert Jahren noch andere Leute als meine Äquivalente also professionelle Fachidioten unbedingt in so großem Maße an Prinzessin Diana erinnern.
00:43:34: Aber das ist natürlich der Zukunftsmusik.
00:43:37: Natürlich eine Frage der Perspektive und die haben Sie als Historiker da vielleicht nochmal anders drauf?
00:43:41: Ich will auf einen anderen Punkt abbiegen und zwar das Interesse an den politischen Rolls ist hier in Deutschland ja wirklich groß.
00:43:46: Das kann man glaube ich mit Fug und Recht sagen.
00:43:48: Ist es ein Ersatz für das was wir nicht haben?
00:43:50: Ja, würde ich sagen.
00:43:51: Denn eines der Missverständnisse das ich wirklich immer wieder antreffe im Umgang mit monarchischen Themen ist ja dass heutzutage inzwischen schon viele Leute so fast glauben das Großbritannien die Monarchie gewissermaßen erfunden hat weil es halt in der Gegenwart die im Grunde einzige der europäischen konzentrieren Monarchien ist wie noch das volle Programm fahren also die kompletten Pump- und Circumstance anlässe, weil er uns nicht so relativ reduziert sich selbst darstellen.
00:44:24: In der Praxis ist es immer natürlich so dass alles was man da beobachten kann bis neunzehntachzehn in Deutschland hoch drei Fahrt war.
00:44:32: Und neunzentachzehnten sind die Monarchien in Deutschland untergegangen.
00:44:36: und danach ist aber ja bekanntlich die deutsche Geschichte erstmal vor ein paar Jahrzehnte immer katastrophaler verlaufen, sodass wenn man dann nach den großen Katastrophen des zwanzigsten Jahrhunderts zurückschauen wollte und sich fragte wann war denn das letzte mal die deutsche Gesellschaft oder das Leben in Deutschland nicht belastet von sei wir es natürlich massiv selbstverschuldeten katastrofalen Problemen dass man dann im Grunde auf die Zeit vor neunzehn vierzehn zurückschaute.
00:45:01: Und die zeit vor neunsund vierzehnt war eben noch stark geprägt von Monarchie und insofern steht diese Faszination natürlich auch für diesen Rhythmik.
00:45:09: Andererseits, je länger das her ist desto weniger erinnern sich noch Leute daran und desto mehr würde ich sagen greifen dann eher die Faktoren, die eine Monarchie in der Gegenwart interessant machen können hauptsächlich der Umstand dass es eben eine intuitivere Verkörperung von Staat und Hierarchie und Autorität ist.
00:45:31: unsere Institutionen sind in vielerlei Hinsicht deutlich besser als die britischen und politischen Institutionen, weil sie unter den Bedingungen des zwanzigsten Jahrhunderts neu konzipiert worden sind.
00:45:45: Und nicht historisch gewachsen sind in einer Weise bei der eine Menge problematische Dinge mit erhalten bleiben.
00:45:51: Aber Sie sind abstrakt!
00:45:53: Der Versuch, Sie zu personifizieren hat seine Grenzen.
00:45:56: Der Regierungschef ist immer eine Person, die kontrovers sein wird.
00:46:01: Weil es immer politisch natürlich umstritten ist ob man in Mark oder nicht.
00:46:06: Unser Staatsoberhaupt ist in der Regel ein älterer Mann, das weiß ich jetzt gerade demnächst ändern, aber ist in dieser Regel ein Älteremann, der nicht hauptsächlich nach massivem Chaos ausgesucht wird Und es ist vor allem eine Person.
00:46:22: Die britische Monarchie ist auch in dem gewissen Sinne einer Erzählung von Gesellschaft und natürlich vom Wandel im Gesellschaft, am Beispiel einer Familie die zwar einerseits überhaupt nicht repräsentativ ist andererseits aber trotzdem von den Leuten so wahrgenommen werden kann.
00:46:38: Natürlich kann man dann darüber lachen und sagen warum denkt sich ... Emma-Normalverbraucherin in Deutschland, dass sie und die Könige von Großbritannien irgendwas gemeinsam haben.
00:46:48: Das ist doch eine wahnsinnig Illusion!
00:46:51: Aber was Sie tatsächlich gemeinsam haben, ist natürlich das es eine Familiengeschichte ist wie wir alle auch eine Familiengeschicht haben und dass man insofern in der öffentlich mitverfolgten Familiengeschichten eines Königshauses eben immer auch Spiegelungen von Mechanismen beobachten kann, die wir alle aus der eigenen Erfahrung kennen.
00:47:09: Was übrigens ja auch letzter Satz erklärt Warum solche Systeme auch in vor modernen Zeiten so gut halten konnten?
00:47:18: Weil eben zum Beispiel auch sozial niedriggestellte Personen in den Monarchien trotzdem die Option hatten, sich beispielsweise als Männer und Familienchefs aus der damaligen Perspektive mit dem König zu identifizieren.
00:47:34: Weil sie sagten, so wie der König über das Land herrscht, herrsche ich über meine Familie!
00:47:39: Das illustriert natürlich gleichzeitig auch Probleme mit diesem Konzept.
00:47:42: aber da die britische Königsfamilie ja nun das Glück hatte, dass durch im Grunde den Zunfall ihrer speziellen Thronfolge-Regelung und dem Zufall der Demografie von twoinzigzehn bis zweitausendzweiundzwanzig in einer Frau verkaupert war.
00:47:58: Hat sie nicht mal das Problem, dass hier als so massiv patriarchalisch wahrgenommen wird wie das historisch die meisten Monatine in Europa natürlich immer waren?
00:48:06: Sie haben gerade schon einen Punkt gestreift auf den ich nochmal eingehen will weil er Abseits von den abstrakten Systemen, in denen wir uns in der Politik heute bewegen wird die Politik immer stärker über einzelne Personen erzählt.
00:48:17: Die Parteien richten ganz kleinem Wahlkampf den Blick auf Gesichter.
00:48:20: auch durch die sozialen Medien ist da viel neuer Wind reingekommen.
00:48:24: das ist ja wenn ich das richtig verstehe grundsätzlich am Hof ja immer schon so gewesen.
00:48:29: also wenn wir zurückgucken selbst auf der römischen Münze ist ja das Gesicht des Kaisers irgendwie drauf.
00:48:34: könnte da die Politik vielleicht was lernen heutzutage?
00:48:37: Ja, das ist eine interessante Frage weil dass sich in beide Richtungen lesen lassen kann.
00:48:41: Also einerseits muss man in der Tat sagen ja Dynastien muss man ja eigentlich sagen also letztlich die Familie haben tatsächlich einen unglaublichen Vorsprung darin wie man erfolgreich macht oder was immer die inzwischen haben was ja eine komische Zwischenstellung ist zwischen Macht und Sozialprästisch Wie man das erfolgreich personalisieren kann und dadurch popularisieren Kann.
00:49:04: historisch hat es natürlich damit zu tun dass ja gar keine Alternative ganz lange zur Verfügung stand, wenn man sich vergegenwärtigt das der Staat als Abstraktion über den längsten Teil der monarchischen Geschichte Europas so abstrakt gewesen wäre.
00:49:22: Dass niemand dieses Konzept verwendet hat außer ein paar Juristen.
00:49:26: und das heißt ganz lange war politische Herrschaft personalisiert weil selbst Institutionen eben als Personen konzipiert waren.
00:49:35: Also man sagte nicht, das Kurfürstenkolleg muss dem und dem Gesetz im Deutschen Reich zustimmen.
00:49:41: Sondern eben die Kurfürsten, die sieben und später dann neun Personen.
00:49:45: umdies da geht.
00:49:46: Und dann muss man natürlich auch sagen ist insofern natürlich Die Möglichkeit dass Politiker von den älteren monarchischen Form lernen eine die uns nicht unbedingt nur froh stimmen muss weil das natürlich auch bedeutet dass politiker von monarchischer Herrschaft lernen können, wie man den Prozess der Abstraktion das Denkens und Sprechen über Politik, dass wir also in Kategorien von Grundrechten, von Institutionen, von Verfassung denken.
00:50:17: Dass man diesen Prozess natürlich auch rückgängig machen kann.
00:50:20: Und eines der großen Probleme unserer Zeit ist ja, dass das eben an verschiedenen Stellen passiert.
00:50:25: Nur muss man natürlich sagen, man kann nicht beliebig viel lernen in dieser Hinsicht, weil natürlich moderner Populismus ja ganz stark auf den einen charismatischen Anführer abhegt.
00:50:42: Die Darstellen von Personen in der traditionellen monarchischen Form unterscheidet sich davon aber –insofern ganz willentlich– als es aus der monarchisch-dynastischen Perspektive die im Grunde für die Ewigkeit gebaut ist, die eben wirklich in Jahrhunderten denkt, gerade kontraproduktiv wäre Wenn man den einzelnen individuellen Monarchie zu sehr, als das Ausnahmeindividuum hervorhebt und sagt Das große Genie dass es vorher nie gegeben hat oder nachher nie wieder geben wird.
00:51:09: Das ist ja letztlich die Erzählung Die überpropylistische Politiker heutzutage Sie selbst erzählen und die ihre Annehmer glauben diese Erzählungen über ein König zu erzählen.
00:51:18: das ist gelegentlich gemacht worden mit Ludwig dem vierzehnten in Frankreich zum Beispiel im Sonnenkönig ist man da an die Grenzen gegangen.
00:51:25: aber eigentlich ist das das monarchische Perspektive kontraproduktiv weil der Monarch sich in der dynastischen Perspektive eigentlich nur sehen darf, als ein Glied und einer ganz langen Kette von Monarchen die vor ihm kamen und die nacheinkommen.
00:51:39: Selbst wenn man weiter zurück schaut also wirklich in die frühe Neuzeit und nicht nur sich die letzten hundert oder hundertfünfzig Jahre anschaut, in den ja im Grunde den Monarchien sowieso auch schon in punkte politische Macht überwiegend die Zähne gezogen waren und also die Monarchin sich sowieso an eine selbstdarstellend gewöhnt hatten Die viel zurückhaltender ist und die ja zum Beispiel auch das Schweigen einschließt.
00:52:04: Und jetzt nicht mehr wie in der frühen Neuzeit, dass Schweigen weil man zuvor nehmen ist umzusprechen.
00:52:09: Das war nämlich... der traditionelle Duktus der Monarchen, dass die höchstens drei Sätze sprachen wenn sie wirklich mal an einen Gremium einer Ansprache richten sollten und dann sagten mein Kanzler wird ihn den Rest sagen.
00:52:21: Und dann sitzt der Monarchy stumm dabei.
00:52:23: Traditionell war die Macht stumm weil es zu mächtig war um sich gemeinzumachen mit Leuten die man etwa überzeugen musste.
00:52:29: jedenfalls offiziell.
00:52:29: hinter den Kulissen wurde natürlich immer verhandelt weil hinter dem Kulisten die Monarche nicht so stark war in den letzten zweihundert bis hundertfünfzig Jahren sein Monarches zunehmend dazu überbegangen zu verstummen.
00:52:39: nicht weil sie zu mächtig, sondern weil sie nicht mehr mächtigt genug waren und weil Sie wussten dass ich nicht kollidieren dürfen mit den gewählten Repräsentanten.
00:52:48: Und denen durch Wahl zur Stande geformener Institutionen usw.
00:52:52: Insofern müsste man tatsächlich als Populist wenn man sich überlegen wollte auf welche Vorbilder wir mal zurückgreifen müsste man sich wahrscheinlich stärker inspirieren lassen von Nichtmonatischen Form der Herrschaft von Leuten die zum Beispiel im alten Hohen, irgendwie César oder Augustus an die Macht gekommen sind.
00:53:09: Die also eine schon verhandene demokratische Struktur pervertiert haben in dann letztlich einer wenn auch unstabiler Monarchie und weniger von den alten Monarchien.
00:53:20: wenn ich ihn so zuhöre und sie über die überbetonte Einzelpersonen reden, da kommt mir sofort einen Sinn der auch das Schweigen nicht erfunden hat.
00:53:26: Ist gerade zufällig Präsident in den Vereinigten Staaten von Amerika.
00:53:30: Der hat sich ja auch schon als König inszeniert.
00:53:32: ist so die Frage so ein bisschen ob man das ernst nimmt Und eine Folge davon waren ja die No Kings Proteste in Großbritannien wo der Slogan dann no kings durch No Trivans ersetzt weiß er nicht gegen die Königshäuser geht sondern eben gegen genau das gewählte Politiker die sich wie Alleinherrscher aufführen.
00:53:48: Fakt ist aber Ja auch die USA haben den König abgeschafft und trotzdem gibt es da jetzt eine Figur, die sehr viel macht hat.
00:53:56: Und ich habe so das Gefühl wir haften immer noch in diesem Begriff die älteste Demokratie der Welt.
00:54:01: Das ist vielleicht genauso falsch wie die Briten nicht die Monarchie erfunden haben.
00:54:06: Wie würden sie das denn ein?
00:54:08: Wir reden viel davon dass die Demokratie in der Krise ist.
00:54:11: Ist es genau dieses Problem zwischen Abstraktion Ja, für alle notwendige Vereinfachungen unserer komplexen Welt.
00:54:21: Also der Vergleich Großbritanniens mit den USA ist tatsächlich interessant weil er eben tatsächlich darüber hinausgeht über das hinaus geht was wir über diese beiden Länder jeweils erfahren könnten.
00:54:32: Weil die ja auch so stark miteinander zusammenhängen ne?
00:54:34: Genau!
00:54:34: Das Phänomen Trump erklärt sich aus vielen Faktoren natürlich aber auch wirklich aus dem Faktor dass ihm eine Rolle bereit stand als Präsident, die er ausfüllen konnte.
00:54:48: Die ein britischer Populist wie Boris Johnson eben nicht hatte weil das Amt des amerikanischen Präsidenten eben bewusst konzipiert ist als Regierungschef und Staatsüberhaupt.
00:54:58: Das heißt aber auch als Verkörperung der Nation.
00:55:01: Und gleichzeitig bedeutet es aber vor allem dass siebenundachtig bis neunundachtzig als die amerikanische Verfassung entwickelt wurde Es noch kein Modell gab für einen eine Person an der Spitze eines Staates dass nicht monatisch war.
00:55:17: Das tatsächlich, sieht man also bis neunundachtzig die Väter der amerikanischen Verfassung dem Präsidenten im Grunde genau die Befugnisse und die Rolle gegeben haben, die Dames der britische König hatte.
00:55:29: Und diese Befügnisse sind natürlich enorm!
00:55:31: Und das bedeutet, dass in der amerikäischen Präsidentschaft angelegt ist eine viel größere Rolle die dann ein Narzisst wie Trump, wenn er eben nur überhaupt erst mal da reingekommen ist natürlich auch viel besser nutzen kann um sich über das Gesetz zu erheben.
00:55:49: Das muss man auch sagen ist meines Erachtens das eine was für Monarchien spricht.
00:55:53: ich würde Thailand empfehlen einer einzuführen wo sie vorher keine haben aber die noch einen sind in einem Punkt gut damit bewarten Sie zu behalten weil die Königsfamilie und also im konkreten Fall jetzt Karl der Dritte einen Platz ausfüllten, der dadurch nicht disponibles für jemand anderen.
00:56:11: Wie gesagt das sollte ein Play-Tour je gegen die Demokratie sein.
00:56:14: aber es ist möglicherweise ein Play Tour jeder von dass man die Repräsentation des Landes die schwer angreifbare überparteiliche Rolle, dass man sie besser tut zu trennen Tatsächlich ein Regierungsgewalt.
00:56:28: Mir leuchtet es total ein, vor allem weil ich mich in der Recherche zur Folge auch noch mal dem britischen Journalist Walter Batchett angenommen habe, der jahrzehn-sechzig über die Verfassung Großbritanniens geschrieben hat und die zwei Teile unterschieden hat eben den würdevollen Teil, die Krone, die ihn nicht regiert und dann den wirksamen Teil des Kabinettes regiert Und er meint ihm mannarchiv wirkt, weil die Menschen sie verehren und ich weiß wie macht aus übtes wäre ja genau der Punkt Sowohl die Demokratie eben in Britannien als Unterdruck das Königshaus war was immer mal zwischendurch auch hat, aber irgendwie alle Stürme überstanden.
00:57:00: Würden Sie sagen diese Aufteilung hilft der Monarchie dadurch dass sie einfach immer eine beständige klare Aufgabe hat?
00:57:09: Ja das hilft absolut der Monarchy weil natürlich in dem Moment den man dieser Trennung gehabt die Monarchies dadurch auch stärker geschützt ist oder abgeschottet von politischen Fehlentscheidungen, die die Wut der Wähler dann auf Sicht sehen.
00:57:29: Das einzige Problem der spezifisch britischen Monarchie allerdings ist das unabhängig davon sie trotzdem natürlich untergehen könnte weil man sie zu Recht ansehen kann als den den Schlufstein der gewissermaßen das große Gebäude der britischen Klassengesellschaft abschließt.
00:57:48: Das heißt dass die Monarchy natürlich auch verkörpert.
00:57:52: Menschen sind ungleich nach ihrer Abstammung und nach ihrem sozialen Status.
00:57:57: Sie könnte im Übrigen aber auch unter die Räder kommen, in dem Fall in den Großbritannien auf die Idee kommen sollte, dass sie sich doch mal eine geschriebene Vereinheitlichte aus einem Guss bestehende Verfassung zu legen sollten.
00:58:11: Es fehlen ganz viele Dinge, die anders wie selbstverständlich sind.
00:58:15: Das Wahlrecht ist buchstäblich bis zum vierzehnten Jahrhundert und hat klastofale Folgen für die Polarisierung der Gesellschaft.
00:58:20: Dann könnte es durchaus sein, dass dann Leute sagen bei der Gelegenheit sollte ich doch bitte auch die Monarchie abschaffen weil sie Verkörperung der Klassengesellschaft ist.
00:58:29: Und das wird dann im Moment wo ich möglicherweise eben tatsächlich denjenigen zu bedenken geben würde ja aber überlegt welchen Punkt sie auf welchen Platz sie ausfüllt.
00:58:39: und es geht nicht darum wie großartig sehen ausfällt sondern es geht darum dass sich verhindert dass jemand anderes in Ausfeld der mit diesem mit dieser Rolle unglaublich schaden hat.
00:58:47: Jetzt haben Sie schon Meine Abschlussfrage fast vorausgenommen, weil ich mit Ihnen natürlich auch über die Abschaffung oder den möglichen Untergang der Monarchie gerne gesprochen hätte.
00:58:56: Ich sehe auch schon dass sie da vielleicht die größere Gefahr sehen.
00:59:00: trotzdem würde ich gerne mit der Warnung von Badget das Gespräch werden der gesagt hat man dürfe kein Tageslicht auf die Magie der Monarchie lassen.
00:59:09: Das Geheimnis müsse gewahrt werden.
00:59:11: und am Beispiel des Falles von Lady Di, wie sie mit ihrer Rolle in der Königsfamilie umgegangen ist aber auch wie die Umstände um ihren Tod und das Begräbnis usw.
00:59:21: gelaufen sind, könnte man sagen gut da ist ganz gut Tageslicht vielleicht auf die Monarchies gefallen.
00:59:27: würden Sie immer noch sagen dass es wirklich eine Gefahr, die die Monarchy vermeiden muss?
00:59:34: Ja, absolut.
00:59:36: Die Tendenz der Königsfamilie ist ja schon seit den, ich würde sagen, fünftiger oder sechstiger Jahren eine gewesen sich so darzustellen als sei man im Wesentlichen noch so wie die Bevölkerung.
00:59:50: Der erste Faktor ist was sie buchsteglich fremd machte dass sie eben bis zum Ersten Weltkrieg nur andere Personen heirateten die auch royalty waren.
01:00:00: das heißt jede Ehrfrau eines Königs war selbst auch eine Königstochter, oder jedenfalls die Tochter eines Heirschlosses aus einem anderen Land.
01:00:08: Das hat sich gewandelt und im Eindruck von Nationalismus als Reaktion auf den Zweiten Weltkrieg hat die Königsfamilie buchstäblich Panik bekommen bei der Vorstellung dass man sie als Fremd wahrnehmen könnte.
01:00:17: Klar!
01:00:17: Die kamen aus Deutschland und haben in jeder Generation deutsche Prinzessin gleich erwartet.
01:00:21: da hat man dann eine Erwendung vorgenommen dass tatsächlich von da an nicht nur Heiraten mit britischem Adler erlaubt waren, sondern sogar bevorzügt war.
01:00:29: Dass man daran sehen kann als Elisabeth
01:00:30: II.,
01:00:31: der Prinz Philipp von Griechenland und denen mal heiratet also jemanden der doppelt zum Königsfassbühre was unter den alten Vorzeichen ja gerade nicht dick gewesen wäre aber in nineteen sieben und schürzig wurde das als ungewöhnliche Hypothek angesehen worden sagt er ist ein Schremder Und wir haben gerade Krieg geführt.
01:00:46: Also Nationalismus hat dazu geführt, dass sie nicht mehr von Krone zu Krone heiraten.
01:00:50: Dann hat der weitere Zeitgeist geführt das sie eben seit der aktuellen Generation des Prinzens Van Welles auch nicht mehr Adelik heiraten.
01:00:57: Das heißt alle Personen die jetzt in Zukunft einheiraten werden in die Familie sind Böllerin wie du und ich.
01:01:04: Dadurch wird die Familie sowieso immer ähnlicher den normalbügeln und dann stellten sich auch noch so da und zeigt eben, wie sie ganz normale Spaziergänge machen.
01:01:15: Wie ihre Kinder auf normale Schulen gehen?
01:01:17: Wie sie sich normal kleiden usw.
01:01:19: oder jedenfalls in den meisten Kontexten.
01:01:21: Und natürlich kann dann relativ leicht der Punkt Erreistung sein wo man sagt Ja aber wenn ihr genauso seid wie wir Wozu brauchen wir euch da?
01:01:29: Also das heißt es gibt eine ähnere Ausfüllung dieses Prinzipes durch Den Versuch sich anzupassen und dass alles aus der Basis von Angst Seit zehnt neun abzig am aller europäischen Königshäuser.
01:01:41: Angst dass es doch anders kommen könnte.
01:01:43: Aber bis zehn, siebzehn, achtzehn konnten wir noch annehmen.
01:01:46: Naja das ist aber doch der Mahlfalles eher, dass wir erhalten bleiben.
01:01:50: Aber spätestens seit neunzehntetzehn und achtzehnten wissen die, die übrig geblieben sind.
01:01:54: Wir sind die Dinosaurier wie diese die letzten Und aus dieser Angst resultiert die Bereitschaft sich anzupassen?
01:02:00: Und da war eben waren eben die Erlebnisse mit Prinzessin Deiner Waren in den achtziger und neunziger Jahren nochmal ein besonderer Warmschuss, der darauf hinzudeuten schrieben muss ich noch mehr anpassen und diese Anpassung kann möglicherweise irgendwann zur Sackgasse werden, die nach hinten los geht.
01:02:15: Wir werden alle die Gelegenheit haben das zu beobachten und ich freue mich sehr über dieses Gespräch und über die Einblicke.
01:02:22: vielen Dank!
01:02:23: Ich habe zu danken, wählen Sie nicht!
01:02:30: Mir bleibt nach diesem Gespräch auf jeden Fall eindrücklich im Kopf dass wir aus unserer Sicht auf das Königshaus schauen und es immer auch aus unserer sich passiert und damit auf Jahrhunderte alte Traditionen schauen.
01:02:42: und ein Zeremoniell, das wir vielleicht gar nicht so richtig verstanden haben Da hilft auch nicht, The Crown zu schauen.
01:02:49: Habe ich trotzdem extra für diese Folgen gemacht.
01:02:51: und trotzdem stellt sich aber auch die Frage ob die Monarchie überhaupt Distanz waren kann in Zeiten von Social Media.
01:02:57: Ich bin auf jeden Fall mit Leonatorowski einer Meinung.
01:03:00: Eine wirkliche Wahl hat die Krone heute kaum noch Und Diana Steele hat eben die Erwartung an die Königsfamilie nachhaltig verändert Und gleichzeitig beobachtet er aber auch eine gewisse Gegenbewegung.
01:03:10: Die Offenheit mit der Heute über Gefühle oder persönliche Krisen gesprochen wird wirkt Stellenweise schon überreizt und da sieht man mitunter auch bei Harry und Meghan.
01:03:19: Und dass diese beiden ab einem gewissen Punkt ja durchaus auch wieder stärter negative Reaktionen auf sich gezogen haben, weil man eben an ihrem Beispiel dann auch feststellen konnte es kann aber auch jemand der man durchaus zugesteht legitime psychologische Traumata zu haben aufgrund der Kindheitserfahrung usw.. Es kann auch so jemand ab einem gewissen Punkt als nervig wahrgenommen werden oder als selbst gerecht, selbst bezogen und unfreiwillig komisch.
01:03:49: Sodass man jetzt schon sehen kann das im Kontrast zu diesem jüngeren Bruder der Prinz von Wales William ja in Grunde schon wieder der Zurückhaltende ist und dass es also nicht unmöglich mir erscheint dass in fünf oder zehn Jahren Den loben wird dafür, dass er nicht so borderline exhibitionistisch auftritt sondern eben wieder einen gewissen Teil einem gewissen Anteil des traditionellen Steve Abalib Konzepts verkörpert.
01:04:21: In einer Zeit in der die Leute zunehmend kritischer auf die ungebremste Selbstverwirklichung sehen nach einem Jahrzehnt von Populismus und nach einem mehr als ein Jahrzehn von Social Media die ja alle diese Tendenzen ganz, ganz massiv noch verstärkt haben.
01:04:40: Möglicherweise profitiert also die Monarchie künftig wieder stärker von Zurückhaltung wie zum Beispiel bei William.
01:04:47: der wirkt ja anders als sein Bruder fast schon wie ein Vertreter des alten royalen Stils.
01:04:52: Kommen wir also zurück zu unserer Leitfrage wenn wir uns anschauen wo die Gefühle helfen?
01:04:57: Also ohne Sympathie, ohne Nahrbarkeit und letzten Endes auch Ohne die Währung für alle medialen Produkte unserer Zeit, nämlich die Authentizität kommt man heutzutage nicht weit.
01:05:09: Da finde ich auch sehr bedenkenswert was Horowski über unsere Politiker gesagt
01:05:12: hat.
01:05:13: und wenn wir darauf schauen wo die Gefühle schaden natürlich genau dann wenn das private über das Amt gestellt wird.
01:05:20: ja wenn das Drama der persönliche Schmerz wie bei Diana & Charles oder bei Harry & Meghan das amt überlagert dann verliert die Krone ihre Würde und integrative Kraft.
01:05:30: Das können sich auch andere politische Player auf jeden Fall merken!
01:05:34: William & Terry führen das heute unterschiedlicherweise fort, wir werden sehen welcher Stil sich durchsetzt.
01:05:40: Wie denken Sie darüber?
01:05:41: Wieviel Emotion verträgt die Monarchie Und wieviel Emotion sollte denn politische Kommunikation im Allgemeinen beinhalten?
01:05:49: Schreiben sie uns gerne an podcastrfz.de oder schicken sie uns eine Sprachnachricht an
01:05:57: Und wenn Sie eine Frage an Herr Norovski haben, schreiben Sie uns gerne.
01:06:00: Unsere Q&A-Folge mit Ihren Fragen erscheint am fünften November.
01:06:03: Für
01:06:03: die Mitarbeit an dieser Folge bedanken wir uns bei Katrin Jakob, Sandra Klüber, Vanessa Fatou, Niklas Kleber und Quentin Pilkehr.
01:06:11: Mein Name ist Michael Götz...
01:06:12: ...und ich bin Christine Brunzel.
01:06:14: Damit verabschieden wir uns!
01:06:15: Bis zum nächsten Mal.
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