Andrew Jackson: Der erste Populist im Weißen Haus?

Shownotes

Als Andrew Jackson 1829 Präsident wird, beginnt eine neue Ära: Zum ersten Mal richtet sich amerikanische Politik nicht nur an Eliten, sondern an die breite Masse.

Die Regierungszeit von Andrew Jackson verändern die USA nachhaltig. Sie bringt die Entstehung des modernen Zwei-Parteien-Systems mit sich und eine wachsende politische Beteiligung der amerikanischen Gesellschaft. Doch der daraus folgende Populismus hat dramatische Folgen für die indigene Bevölkerung.

Gemeinsam mit dem Historiker Michael Hochgeschwender klären wir in dieser Folge des Geschichtspodcasts von Konrad-Adenauer-Stiftung und Frankfurter Allgemeiner Zeitung, wie mehr Demokratie und ein Aufpeitschen des Volkswillens bei Jackson oft Hand in Hand gehen. Und wir fragen, welche politischen Kämpfe Andrew Jacksons die USA nachhaltig prägen.

Q&A-Fragen Haben Sie Fragen an Michael Hochgeschwender? Schreiben Sie uns gern. Außerdem interessiert uns:

  • Wie sehen Sie den Präsidenten Andrew Jackson?
  • Wie beurteilen Sie, dass Andrew Jackson so auf die Beteiligung der Massen, auf den Volkswillen gesetzt hat? Heiligt der Zweck hier die Mittel?
  • Was sind für Sie die wichtigen Stationen für das Experiment Vereinigte Staaten? Als politisches Experiment hatte ja schon George Washington die USA bezeichnet.

Schicken Sie Ihre Fragen oder Kommentare gern an podcast@faz.de. Ihre Rückmeldungen besprechen wir in der Q&A-Folge am Donnerstag, den 2. Juli. Einsendungen können gekürzt oder auszugsweise verwendet werden.

Hosts Christine Brunzel (Konrad-Adenauer-Stiftung) Angelika Fey (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Gäste Michael Hochgeschwender, Professor für Nordamerikanische Kulturgeschichte, Empirische Kulturforschung und Kulturanthropologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München Matthias Oppermann, Leiter der Abteilung Zeitgeschichte bei der Konrad-Adenauer-Stiftung

Literatur

H.W. Brands: Andrew Jackson. His Life and Times. New York 2006. H.W. Brands: Andrew Jackson and the Troubled Birth of Democracy, Vortrag im Rahmen der Historical Presidency Series der University of Virginia, gehalten 2015. David S. Brown: The First Populist. The Defiant Life of Andrew Jackson. New York 2022. Manfred Berg: Geschichte der USA. München 2013. Manfred Berg: Amerikas Demokratie. Eine kurze Geschichte von der Unabhängigkeit bis Donald Trump. Stuttgart 2026. Michael Hochgeschwender: Das Wahlrecht in den USA. Ein historischer Abriss. Essay auf Geschichtsbewusst, dem Public-History-Portal der Konrad-Adenauer-Stiftung, 24. April 2024. Jill Lepore: Diese Wahrheiten. Eine Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika. München 2019. Theda Perdue, Michael D. Green (Hg.): The Cherokee Removal. A Brief History with Documents. Boston, New York 1995. Michael J. Rutledge: Bericht von Samuel Cloud über den Trail of Tears, in: Forgiveness in the Age of Forgetfulness 2013. Anthony F.C. Wallace: The Long, Bitter Trail. Andrew Jackson and the Indians. New York 1993. Ralf Zerback: Andrew Jackson. Der erste Populist. Zeit Geschichte 5/2024.

Produktion

Autorinnen & Redaktion: Christine Brunzel, Angelika Fey

Sprecher: Michael Götz

Musik: Niklas Kleber

Produktion: F.A.Z. Audio in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung

Soundlogo: David Brucklacher


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Transkript anzeigen

00:00:03: Amerika im Frühjahr, die Grenze zwischen North und South Carolina.

00:00:09: Im Wegshausgebiet.

00:00:11: Nur knapp ist der Junge den britischen Truppenentkommen.

00:00:14: mit seinem Bruder Flüchte dahin.

00:00:15: ein Wald stippt.

00:00:16: Die beiden verstecken sich dort eine Nacht.

00:00:18: Der Junge und sein älterer Bruder sind hungrig Bestehen ohnehin nur noch Aushaut und Knochen.

00:00:24: Sie beschließen sich aufzumachen zum Haus ihrer Tante In der Hoffnung dort unterschlüpfen zu können Und etwas zu essen.

00:00:29: so bekommen.

00:00:31: Der junge Andrew ist vierzehn Jahre alt, aber schon inoffiziell Soldat der amerikanischen Rebellen.

00:00:37: Seit sechs Jahren führen die Aufständischen einen Krieg gegen die britischen Truppen – es geht um die Unabhängigkeit.

00:00:42: immer wieder kleinisch am Witzel.

00:00:43: Mal haben die Briten die Oberhand mal die Rebelln.

00:00:46: an diesem Tag haben sie Briten gewonnen.

00:00:50: Andrew und Robert schaffen das aus dem Waldstück, in das sie sich geflüchtet hatten bis zum Haus der Tante.

00:00:55: Aber die britische Soldaten bekommen Wind von ihrem Versteck.

00:00:59: Sie umstellen das Haus und nehmen die beiden Brüder gefangen.

00:01:02: Doch damit nicht genug.

00:01:03: Den Briten geht es um Demütigung, um Machtdemonstration.

00:01:08: Vor den Augen der beiden Brüder nehmen die Soldaten das Haus des Tante auseinander.

00:01:12: Der wenige Besitz, den die Familie in Jahren mühevoller Arbeit angehäuft hat wird in Minuten zerstört – die Möbel, das Geschirr und das Bettzeug alles kaputt.

00:01:22: Was mag Andrew in diesem Moment denken als er sieht welches Leid er in das Haus seiner Tante gebracht hat?

00:01:29: Einer der britischen Offiziere will noch eins draußen sitzen!

00:01:31: Putz meine dreckigen Stiefel, bevielte Andrew.

00:01:34: Doch der Junge hat genug, erweigert

00:01:36: sich.".

00:01:37: Nun geht alles sehr schnell!

00:01:38: Der Soldat zieht seinen Säbel holt aus zum Schlag, zielt auf den Kopf des Jungen – Andrew reißt den linken Arm nach oben, wehrt mit der bloßen Hand, den Hieb ab und will seinen Kopf schützen.

00:01:47: Der Säbl schneidet in seine Hand, trifft den Kopf, Blut läuft ihm übers Gesicht.

00:01:50: aber er fordert den Soldaten heraus noch einmal auszuholen.

00:01:55: Wer ist dieser Junge?

00:01:56: Dieser

00:01:56: Andrew?!

00:01:57: Was wird aus ihm werden?

00:01:59: Gemeinsam mit seinem Bruder Robert kommt er in ein Kriegsgefangenlager.

00:02:03: Der Offizier hatte sich nicht entschieden, noch einmal auszuholen.

00:02:06: Und ihre Mutter gelingt es die beiden aus dem Lager zu holen.

00:02:10: Doch Robert ist dort an den Pocken erkrankt und stirbt kaum zur Hause angekommen.

00:02:14: Wenig später verliert Andrew auch seine Mutter in die Kollauer.

00:02:16: Sein Vater war schon vor Andrews Geburt gestorben – jetzt ist er vollweise ein armer Junge ohne gute Schulbildung!

00:02:23: Doch dieser junge Andrew Jackson wird der siebte Präsident des Vereinigten Staaten werden.

00:02:28: Ein unwahrscheinlicher Aufstieg aus dem Island seiner Kindheit und Jugend.

00:02:31: doch die Erinnerung den beständigen Kampf wird er nicht einfach hinter sich lassen.

00:02:36: Die Narben vom Säbel des britischen Offiziers bleiben, er will sie mitnehmen ins Präsidentenamt.

00:02:43: Andrew Jackson hat früh gelernt dass die Welt ein feindlicher Ort ist und sich nur bewährt wer kämpft und niemals nachgibt.

00:02:49: Grausamkeit ist ihm nicht fremd und auch er wird in seinem Leben für viele grausamkeiten verantwortlich sein.

00:02:57: Also eine spannende Lebensgeschichte hat Andrew Jackson.

00:03:00: das ist nicht die Frage.

00:03:01: Es wird auch nicht weniger nervenaufreibend, je älter er wird.

00:03:04: Es folgen zum Beispiel eine Reihe von Duellen eines Methodesfolge, eine überraschende romantische Liebesgeschichte und Enzo Jackson ist der erste Präsident auf den ein Attentat verübt worden ist.

00:03:16: Aber wenn Sie trotzdem nicht wissen, wer Andrew Jackson ist – sie sind nicht alleine.

00:03:20: Wenn ich hier an der Universität Kurse zu Andrew Jackson anbiete kommen viele Leute rein die gar nicht wissen wer das ist, wer überhaupt jemand kommt!

00:03:27: Das sagt Michael Hochgeschwender Professor für Nordamerikanische Kulturgeschichte in der Uni München und unser Experte für diese Folge.

00:03:34: Dabei ist Andrew Jacksons Präsidentschaft sehr wichtig für die Geschichte der Vereinigten Staaten.

00:03:39: In seiner Zeit werden Entscheidungen getroffen und Entwicklungen angestoßen, die folgen weit über seine Zeit als Präsident hinaus haben werden.

00:03:55: Die Ära Jackson konstitutiv für die weitere Entwicklung der amerikanischen Demokratie mit all ihren Stärken und Schwächen.

00:04:02: Denn vor der Zeit von Andrew Jackson war das Wahlrecht in vielen Bundesstaaten stark eingeschränkt.

00:04:07: Es galt ein Sensorswahlrecht, dass Menschen ohne Eigentum und damit einen relevanten Teil der Bevölkerung von den Wahlen ausschloss.

00:04:14: Das ändert sich zurzeit von Andrew Jaxson Und er kann sich das sehr geschickt zu Nutze machen.

00:04:19: Deshalb das erste Schlagwort für das Andrew Jackson steht ist mehr Demokratie.

00:04:24: Wir haben ja schon gehört, er hatte eine ziemlich harte Kindheit und Jugend.

00:04:28: Und deshalb stilisiert er sich als Mann vom Volk für das Volk – als einer der gegen die aristokratischen Eliten kämpft, die den Kurs der USA bisher geprägt haben.

00:04:43: Ja, den kennen wir!

00:04:49: Donald Trump verehrt Andrew Jackson und vergleicht die Reaktion auf seinen eigenen Wahlsieg gern mit dem Erdbeben, das Jackson ausgelöst hat.

00:04:57: Ob die Parallele stimmt, die Trump zieht – das klären wir später in der Folge -, aber Trump liefert uns eine gute Überleitung.

00:05:03: zum zweiten Schlagwort für das Andrew Jackson steht?

00:05:06: Mehr Populismus!

00:05:08: Denn weil es nun Wahlen für die breite Masse gibt, gibt es auch einen richtigen Wahlkampf.

00:05:12: Und während diesem Wahlkampf hat Andrew Jackson den Willen des Volkes zu Wogen aufgepeitscht, die zerstörerische Folgen haben werden….

00:05:18: All das werden wir in dieser Folge genau erläutern.

00:05:22: Aber noch mal einen Schritt zurück, warum haben wir uns für die Präsidentschaft von Andrew Jackson als Thema entschieden?

00:05:28: Die feinlichen Staaten von Amerika werden diesen Sommer zweihundertfünfzig Jahre alt und wir haben eine Redaktion lang überlegt was wir als Thema zu diesem Anlass machen wollen.

00:05:36: Es soll ja ein Thema sein dass nicht nur zurück in die Geschichte schaut sondern uns auch hilft mehr über die Gegenwart zu verstehen.

00:05:42: Ja, und auf der Liste der möglichen Themen stand zum Beispiel auch der Watergate-Skandal von President Nixon.

00:05:47: Und die Frage weshalb diese Krise von den amerikanischen Institutionen letztlich bewältigt werden konnte?

00:05:53: oder die Präsidentschaft von Franklin D. Roosevelt, kurz FDR ein Präsident der demokratischen Partei, der während seiner Präsidenschaft in den neunzehntreißiger Jahren eine Reihe von Reformen genannt New Deal umgesetzt hat und dafür seine Kompetenzen massiv ausgeweitet hat so dass er als wichtiges Beispiel einer Imperial Presidency gilt etwas das man Präsident Donald Trump immer wieder vorwirft.

00:06:16: Ja ich habe gemerkt, FDR war lange dein Favorit

00:06:19: Das stimmt, aber wir sind doch immer wieder zu Andrew Jackson zurückgekommen in unserer Diskussion während der Themenkonferenz.

00:06:25: Weil wir alle den Weg der USA zur Demokratie so wichtig finden und das hat auch mich überzeugt!

00:06:30: Aber du fandest das Thema ja von Anfang an interessant, Christine.

00:06:34: Ja diese Ambivalenz, das finde ich spannend... Der Weg der US-Ahr zur Demokraties eben kein einfacher glatter Weg sondern eher ein chaotisches Experiment wenn man so will bei dem auch viel Schreckliches passiert ist.

00:06:46: Ja die Sklaverei zum Beispiel

00:06:48: Aber trotzdem ist der Weg der USA ein Prozess, der Vorbild werden sollte für einen erheblichen Teil der restlichen Welt.

00:06:59: Wir holen die Wahrheit zu sein,

00:07:10: dass alle Männer geliefert sind.

00:07:15: Dass sie von ihrem Creator?

00:07:21: Ja, für dieses Versprechen stehen die USA.

00:07:23: Und deshalb wollen wir uns eine Station in diesem Experiment der Freiheit anschauen – die Präsidentschaft Andrew Jacksons von eighteenundzwanzig bis achtzehnundziemunddreißig.

00:07:31: Denn wie schon gesagt, Jackson steht zugleich für mehr Demokratie und für mehr Populismus!

00:07:36: Was ja interessant ist, denn Demokratie ist bei uns ein positiv besetzer Begriff, wohin gegen Populismus bei uns eher negative Assoziationen hervorruft….

00:07:45: Wir fragen deshalb, wie greifen positive und negative Entwicklungen bei Andrew Jackson ineinander.

00:07:50: Darum

00:07:50: geht es aber wir fragen natürlich auch ganz basal in dieser Folge was waren das für Entscheidungen und Kämpfe während der Präsidentschaft von Andrew Jackson die solche wichtigen Folgen haben sollten?

00:07:59: Mein Name ist Christine Brunzel

00:08:01: Und ich bin Angelika Feih.

00:08:03: Sie hören den Geschichtspodcast von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Konrad Adenauer Stiftung.

00:08:07: Schön dass sie dabei sind!

00:08:17: Aber um besser verstehen zu können, was für Veränderungen diese Era Jackson mit sich gebracht hat müssen wir noch mal weiter zurückschauen.

00:08:24: Wie haben sich die Vereinigten Staaten bis dahin entwickelt?

00:08:27: Im achtzehnten Jahrhundert gab es einen Boom.

00:08:30: Zwischen siebzenhundert und siebzehnundsechzig verdoppelt sich das europäische Siedlungsgebiet in Nordamerika.

00:08:36: Die meisten Menschen leben auf dem Land.

00:08:38: wenige Ostküsten-Städte wie New York oder vieler Delphiaprägen Wirtschaft und Gesellschaft.

00:08:43: Die Sklaverei ist ein zentrales Element der amerikanischen Gesellschaft und auch der Wirtschaft, hast jeder Fünfte in den Kolonienis versklaft.

00:08:51: Und dabei zeigt sich schon früheren wirtschaftlicher Rist zwischen dem Norden und dem Süden.

00:08:56: Der Norden lebt von Kleinbauern, Handwerk- und lokalem Handel, profitiert aber auch vom Sklavenhandel – und im Süden ist die Sklabenwirtschaft sehr profitabel.

00:09:05: Tabak, Zucker und später Baumwolle bringen hohe Gewinne!

00:09:08: Und schon früh hat sich in den dreizehn britischen Kolonien ein starkes Bedürfnis nach Eigenständigkeit entwickelt.

00:09:14: Es gibt lokal gewählte Parlamente, aber das gefällt London

00:09:18: nicht.".

00:09:19: Nach einer jahrelangen Eskalation um Gesetze und Abgaben mit der britischen Krone die schließlich sogar in offene Kämpfe mündet kommt es zur Unabhängigkeitserklärung.

00:09:50: Um die Unabhängigkeit gibt es einen Krieg, in dem kämpft auch der junge Andrew Jackson wie wir am Anfang gehört haben.

00:09:56: Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg endet in den letzten Jahren und mit dem Frieden von Paris wird die Souveränität der Vereinigten Staaten offiziell anerkannt.

00:10:05: Aber wenn wir jetzt sagen, die Vereinigten staaten das hat damals ja noch was ganz anderes bedeutet als heute?

00:10:10: Ja es sind vor allem einzelne Staaten und die waren zunächst nur im losen Staatenbund verknüpft.

00:10:16: Wie dieser neue Staaten-Bund eigentlich genau aussehen soll?

00:10:19: Das muss erst noch ausgehandelt werden.

00:10:21: Die einzelnen Staaten sind sehr auf ihre eigenen Interessen bedacht und haben sich seit siebzehntsechsten-siebzig jeweils eigene Verfassungen gegeben.

00:10:28: Es gibt keine starke Zentralregierung, der Kongress kann zum Beispiel keine Steuern erheben.

00:10:33: Gleichzeitig ist das Land hochverschuldet die Wirtschaft ist schwach es herrscht Inflationen und der Staatenbund steht kurz vor dem finanziellen Kollaps.

00:10:42: Und dann werden die Forderung nach einer handlungsfähigen Zentralgewalt immer lauter.

00:10:46: Im Jahr seventeenundachtzig treffen sich dann Vertreter der Staaten in Philadelphia und erarbeiten eine neue Bundesverfassung.

00:10:53: Es geht vor allem um zwei Fragen, wie viel Macht bekommt der Bund?

00:10:56: Und wie gelingt ein Ausgleich zwischen Bundesstaaten die dünn besiedelt sind und bevölkerungsreichen Bundesstaatens v.a.

00:11:03: im Norden?

00:11:04: Wesentlich ist da auch das Thema der Sklaverei!

00:11:06: Ja denn der Süden war zwar relativ dünnt besiedlt an Weißen aber es gab viele Sklaven.

00:11:10: Um den Interessen der Sklafenhalterstaaten zu schützen hat man sich folgendes überlegt... die sogenannte Dreifünftel-Klausel.

00:11:17: Sie erlaubt es dem Süden, seine versklavten Menschen zu dreifünftig bei der eigenen Einwohnerzahl mitzuzählen und das beschert den Südstaaten viel mehr Sitze und Macht im Repräsentantenhaus als ihn eigentlich zusteht.

00:11:28: Ein Sklave ist ein dreifinftel Mensch – das ist absurd!

00:11:31: Und es ist bitter dass die Menge an Sklaven sogar hilft um mehr Einfluss auf Bundesebene zu bekommen.

00:11:37: Ja aber es gibt in der Verfassung auch fortschrittliche Überlegungen zur Gewaltenteilung Das System der checks and balances.

00:11:44: Legislative, Exekutive und Judikative sollen sich gegenseitig kontrollieren.

00:11:49: Aber eine Demokratie so wie wir das kennen wollen die Gründerväter nicht!

00:11:53: Tatsächlich das Denken... Der Mehrheit der Gründerväter war eher elitär-oligarchisch.

00:11:59: Das ging damit zusammen, dass es eine sehr enge Verbindung zwischen Eigentum und Freiheit auf der einen Seite und Eigentuum und Tugend auf der anderen Seite gezogen hat.

00:12:09: D.h.,

00:12:10: nur wer das Eigentom hatte konnte tugendhaft sein was wiederum dazu führte, dass man den armen generell Special Interests unterstellte nämlich die Reichen enteignen zu wollen.

00:12:21: Und deswegen hatte man ein Wahlrecht eingefügt das im Wesentlichen auf Zensus beruhte, also auf Landeigentum oder anderen Eigentum.

00:12:29: Aber vor allem gegen so ein Landegentum.

00:12:30: Daher kommt auch dieses Wahlmännergremium des Electorial College – dass es ja immer noch gibt?

00:12:36: Ja, das ist damals als Filter eingebaut worden!

00:12:38: Also nur eine gebildete Elite soll maßgeblichen Einfluss auf die Wahl des Präsidenten haben.

00:12:43: Der Fokus auf dem Eigentuum hatte interessante Folgen für die schwarze Bevölkerung und für Frauen.

00:12:48: Der Vorteil des Zensus-Wahlrechts war, dass es farbenblind war.

00:12:52: Das heißt auch schwarze Landeigentümer hatten das Wahlrecht weil sie im Eigentum hatten und aus dieser Sicht der Dinge war es dann relativ egal welche Hautfarbe man hatte.

00:13:04: In den Fall hat er in New Jersey einmal Frauen mitgestimmt haben die durch Erbe dann Landbesitzerinnen geworden waren und sagten okay wir haben jetzt landeigentum Ergo haben ja auch das Stimmrecht.

00:13:16: da guckte man in die Verfassung.

00:13:18: Das ist tatsächlich so und hat das ganz schnell geändert, dass nur Männer in New Jersey wählen

00:13:22: durften.".

00:13:23: Soweit zu den Grundlagen.

00:13:24: Aber damit einer wie Andrew Jackson Präsident werden kann muss ich erst noch was ändern – und zwar genau dieses Zensus-Wahlrecht!

00:13:38: In den achtzehn Zehner, achtzehntzwanziger Jahren weiten viele Bundesstaaten das allgemeine Wahlrecht auf weiße Männer aus – unabhängig vom Eigentum.

00:13:48: Und damit wird die amerikanische Politik demokratischer und die Wahlbeteiligung steigt deutlich.

00:13:54: Vor allem die neuen Staaten im Westen wie z.B.

00:13:56: Tennessee oder Ohio gewähren weißen Männern weitgehend schon bei der Gründung des Wahlrichts.

00:14:02: Dort werden auch immer mehr wichtige Ämter, wie zum Beispiel Gouverneure und Richter direkt vom Volk gewählt.

00:14:08: Was aber dann mit der Durchsetzung dieses allgemeinen Wahlrechts für freie Männer sich vollzieht, ist die Entrechtung von Schwarzen.

00:14:15: Also jetzt dürfen auch Schwarze, die keinen Landeigentum haben nicht mehr wählen.

00:14:19: das heißt die Class-Line also die auf Eigentum basiert wird ersetzt durch die Color Line auf Rasse basierend.

00:14:27: Die USA will eine Republik freier weißer Männer sein.

00:14:31: Okay damit zurück zu Andrew Jackson.

00:14:33: Wir haben ja gehört mit vierzehn ist er vollweise und hat auch keine Geschwister mehr.

00:14:38: Ja, wir wissen, er hat gerne Karten gespielt.

00:14:40: Er mag Pferderinnen und ihm wird ein Impulsiver der aber Charakter nachgesagt.

00:14:45: Später dann beginnt Jackson in einer Anwaltskanzlei zu arbeiten.

00:14:48: Für den Beruf des Anwalts musste man damals nur eine Ausbildung machen.

00:14:51: Er wird dann Staatsanwalt für den westlichen Teil North Carolinas des späteren Tenecese.

00:14:56: Und jetzt kommen wir zur Liebesgeschichte!

00:14:59: Ja, siebzehnhundertneinundneunzig mit vierzwanzig Jahren heiratet er Rachel Donaldson Und die beiden verbindet eine innige Liebe.

00:15:06: Unter deinem Brief an Rachel schreibt er,

00:15:31: Andrew Jackson hat seine Frau und seine Ehe immer wieder gegen Angriffe verteidigt, sich sogar deswegen duilliert.

00:15:37: In einem Duell hatte er seinen Gegner einen gewissen Charles Dickinson erschossen weil der seine Frau beleidigt hat.

00:15:44: auch Jackson wurde bei diesem Duell angeschossen und die Kugel trug er bis zum Lebensende in seinem Körper.

00:15:50: Denn das Problem war Rachel war schon einmal verheiratet und hatte sich scheiden lassen

00:15:55: Dachte sie jedenfalls.

00:15:56: Allerdings stellt sich zwei Jahre nach ihrer Hochzeit mit Jackson heraus, dass die Scheidung noch nicht rechtskräftig war.

00:16:02: Also wird ihre erste Ehe geschieden und die Jacksons heiraten dann heimlich ein zweites Mal.

00:16:07: Und als Jackson dann politisch aufsteigt machen seine Gegner daraus einen Skandal.

00:16:11: Erbruch, Bighamie – das waren die Schlagworte!

00:16:14: Ja...und als er um die dreißig Jahre alt ist, fängt er an sich politisch zu engagieren.

00:16:19: Er gehört zum Beispiel zu den ersten Vertretern Tenezees im US-Repräsentantenhaus.

00:16:24: Aber nach einem langen Streit hat er dann erst mal genug von der Politik, schmeißt hin und zieht sich auf seine Plantage zurück.

00:16:29: Eine Plantage, auf die übrigens Hundertfünfzig Sklaven arbeiten.

00:16:33: Zentral für sein weiteres Leben ist eine Rolle im britisch-amerikanischen Krieg, der auch zweiter Unabhängigkeitskrieg genannt wird.

00:16:39: Der findet zwischen Achtzehnundzwölf und Achtzendottfünftzen statt.

00:16:42: Die Amerikaner fangen den Krieg an – aber es läuft nicht gut für sie!

00:16:46: Doch eine wichtige Schlacht in diesem Konflikt gibt es, die die Amerikanern Haus hoch gewinnen und das ist die Schlacht von New Orleans, Achtzenthundertfünften.

00:16:53: Und für diesen Sieg ist Andrew Jackson verantwortlich.

00:16:56: Als Generalmajor hat er das Kommando und wegen diesem Sieg wird er zum Kriegsheld, Zeitungen verbreiten die Nachricht und er wird enorm populär unter den Leuten.

00:17:05: Jackson als Kriegshellt besingt übrigens auch Fess Parker in einem Lied von nineteenhundertsechzig über Old Hickory.

00:17:11: Ja,

00:17:11: das war sein Spitzname,

00:17:12: ne?

00:17:13: Den erhielt er im Krieg von achtzehnundzwölf nach dem amerikanischen Hickerybaum.

00:17:18: Er ist genauso zäh und widerstandsfähig.

00:17:22: Der

00:17:41: amerikanische Historiker HW Brandz sagt sogar, Jackson war einfach The Hero – also der Held!

00:17:48: Aber er macht sich noch in anderen Feldzügen einen Namen, der Indiana schlechter.

00:17:53: Er ist tatsächlich an mehreren Kämpfen beteiligt die amerikanische Uhr ein Wohner vertreiben sollen.

00:17:58: Andrew Jackson kehrt dann in die Politik zurück wird zum Beispiel Senator für Tennessee und dann überreden ihn seine Freunde im Jahr eighteen vierundzwanzig wird das Amt des Präsidenten zu kandidieren

00:18:09: aber in die Reihe der bisherigen Politiker passt der Kandidat Jackson so nicht wirklich rein.

00:18:14: Also das war ein ganz anderer Menschentyp und auch verglichen mit den Präsidenten, die vor Jackson am Ruder waren.

00:18:21: Die gehörten alle entweder der sklavenhaltenden Pflanzearistokratie an – der sogenannten Virginia-Dynastie oder wie John Adams dem gehobenen Bürgertum aus Massachusetts.

00:18:31: Auch John Quincy Adams gehört dazu.

00:18:33: Er tritt

00:18:33: bei der Wahl in den letzten Jahren ausdrücklich als Vertreter der neuen Staaten im Westen an.

00:18:38: Trotz seines eigenen Reichtums sehen die Einfachenbürger in ihm genau den Mann, der ihre Interessen vertritt als den Kandidaten des einfachen Volkes.

00:18:46: Jackson hat schon sehr zielstrebig versucht da seinen Platz zu finden und er wusste ganz genau durch das neue Wahlrecht hatte er auch gute Chancen wenn er diese Common Man-Rhetorik anwendet.

00:18:58: Das heißt wenn er sich als der Vorkämpfer des einfachem Mannes der von den republikanischen Gründervätern so ein bisschen ins Abseits gedrängt worden war stilisiert.

00:19:07: Und die Präsidentschaftswahl von eighteen, vierundzwanzig gilt als ein Wendepunkt in der amerikanischen Politik.

00:19:13: Ja unter anderem weil Jackson tatsächlich eine richtige Wahlkampagne macht?

00:19:17: Also das war vorher völlig unüblich gewesen ist sein großes Vorbild.

00:19:20: Thomas Jefferson hätte das gar nicht machen können weil er eine gruselige Stimme hatte.

00:19:25: aber Jackson ist dann jemand der reist durch das Land und spricht direkt mit den Menschen interessanterweise, wenn man die Quellen verfolgt.

00:19:32: Er sagt überall was anderes also er sagt immer genau das was die Menschen hören wollen als heißt er versteht als einer der ersten damals wie eine massenpartizipatorische Demokratie funktioniert und nutzt es dann auch aus.

00:19:46: Bei der Wahl a.XVIII, treten dann vier Bewerber gegeneinander an – einer davon ist Andrew Jackson.

00:19:52: Jackson bekommt die meisten Stimmen sowohl im Popular-Vote als auch im Electoral-Voten aber keiner der Kandidaten erreicht die absolute Mehrheit.

00:20:00: Deshalb gibt es eine Stichwahl im Repräsentantenhaus und die gewinnt nicht Andrew Jackson sondern John Quincy Adams übrigens Sohn des Zweitnoers Präsidenten und Quincy Addams wird damit Präsident.

00:20:11: Der hatte aber bei der eigentlichen Wahl hinter Andrew Jackson gelegen war also nur zweitplatzierte.

00:20:16: Alles ein abgesprochenes Komplott der alten Eliten gegen Andrew Jackson, sagt er selbst und sagen seine Anhänger.

00:20:23: Und ganz unrecht haben sie damit ja nicht oder?

00:20:25: Ja es war vermutlich ein Deal zwischen John Quincy Adams und dem vierplatzierten Henry Clay, der geschickterweise Sprecher des Repräsentantenhauses war und einen gewissen Einfluss über die Abgeordneten hatte.

00:20:37: also Clay unterstützt Adams und der bekommt den nötigen Stimmen.

00:20:41: das Bekannte an der Sache ist Henry Clay wird Außenminister Und das war ein Abend, von dem es sich gut ins Präsidentenamt springt, Lies.

00:20:49: Deshalb ist der Verdacht, Clay hat Adams dieses Mal die Präsidentschaft verschafft und dafür soll Clay der Nachfolger als Präsident

00:20:56: werden.".

00:20:56: Für Jackson ist das ein Skandal?

00:20:58: Ja er ist tatsächlich außer sich.

00:21:00: Er spricht von einem Kuhhandel und erste Überzeugung dass das politische Establishment ihm und dem amerikanischen Volk den Wahlsieg gestohlen hat.

00:21:09: Das kommt uns bekannt vor!

00:21:11: Jetzt beginnt Jackson seine eigene Partei aufzubauen und gründet mit Martin Van Buren die Democrats.

00:21:16: Also die Partei des einfachen Volkes, die heute noch bestehende demokratische Partei.

00:21:20: Bis dahin gab es nämlich nur eine Einheitspartei Die Democratic Republicans.

00:21:25: Und Jackson macht sich sofort an den Wahlkampf für die nächste Präsidentenwahl.

00:21:29: Ja, die Wahlkampagne für und beginnt quasi schon am Tag der Amtseinführung von Adams im Jahr.

00:21:34: Und das wird einer der verbitterten und schmutzigsten Wahlkämpfe der amerikanischen Geschichte.

00:21:41: Das Washingtoner Establishment verspottet Andrew Jackson als Dummkopf- und ungebildeten Esel.

00:21:45: Jackson beweist aber Humor indem er den Esel auf Wahlplakaten zu seinem Markenzeichen macht.

00:21:51: Heute ist – wie wir vielleicht wissen – der Esel das inoffizielle Wappentier der Demokraten.

00:21:58: Jackson präsentiert sich wieder als Vertreter des Common Man, als Beschützer der einfachen Bürger und teilt bewusst gegen das etablierte System aus.

00:22:06: Und erhetzt gegen die indigene Bevölkerung – und verspricht Siedlern Land!

00:22:10: Hier, dass Versprechen die amerikanischen Ureinwohner zu vertreiben waren ganz zentrales Wahlkampfthema.

00:22:16: Andrew Jackson gewinnt die Wahl eindeutig Haushoch und dabei hilft auch, dass die Ausweitungen der Wählerschaft nun so richtig einzahlt.

00:22:23: Allein zwischen den Präsidentschaftswahlen von eighteenundvierundzwanzig und achtundzwantig verdoppelt sich die Zahl der abgegebenen Stimmen.

00:22:29: Tragisch ist allerdings, seiner Frau Rachel hatte dieser dreckige Wahlkampf sehr zugesetzt und sie stirbt kurz vor der Amts-Einführung.

00:22:37: Jackson überlegt dann ob er das Amt überhaupt noch antreten soll?

00:22:41: Ja aber er macht es dann!

00:22:42: Und er wird am vierten März eightundundzwandzig im Amt vereidigt und wird der siebte Präsident der USA.

00:22:48: Und seine Amtsanführung gleicht ja einem Volksfest.

00:22:51: Fast zwanzigtausend seiner Anhänger stürmen in Feierlaune das Weiße Haus, es kommen zu Besäufnissen und Inventar wird beschädigt.

00:22:58: also ein richtiges Chaos entsteht und nach Jackson's Wahlsieg und der Mobilisierung der Massen sehen seine politischen Gegner die alten Eliten die Republik in

00:23:08: Gefahr.".

00:23:09: Dass die Eliten mit Panik reagieren darin sieht Donald Wampia auch eine parallele zur Reaktion auf seinen eigenen Wahlsieg wie wir am Anfang gehört haben.

00:23:17: Dann

00:23:17: schauen wir doch jetzt mal auf seine Amtszeit zwischen eighteenundzwanzig und achtzehnundseinhalbzig.

00:23:22: Andrew Jackson schafft eine Politik für die Massen, die sogenannte Jacksonian Democracy.

00:23:28: Und das steht für politische Freiheit, eine größere Gleichheit unter weißen Bürgern und den Anspruch auf das Recht der einfachen Bürger in der Politik mitzubestimmen und die Ja-Regierenden zu kontrollieren.

00:23:40: Die Demokratie wird nun nicht länger als Pöbelherrschaft gefürchtet sondern ja vielmehr als Ausdruck des Volkswillens gesehen.

00:23:46: Wir haben es ja eben gehört, die neuen Bundesstaaten im Westen des Landes der Union beitreten weichen die Vorgaben zu Grundbesitz oder Steuern auf.

00:23:54: Dadurch können noch mehr Menschen wählen.

00:23:57: Der Anfang der Achtzehntetvierzigerjahre dürfen dann alle weiße Männer über einundzwanzig wählen.

00:24:01: Die Wahlbeteiligung liegt Achtzentötvierzig bei Achtzig Prozent und im Gegensatz dazu Aachzehnteviertenzwanzig haben nur zwanzig Prozent gewählt.

00:24:09: Jackson beruft sich also auf den Volkswillen und stärkt die Befugnisse des Präsidenten.

00:24:13: Und macht von seinem Vetorecht gegen den Kongress häufiger Gebrauch als alle bisherigen Präsidenten vor ihm

00:24:19: zusammen.".

00:24:20: Also das Einbeziehen der Massen, dass ist eine ganz wichtige Veränderung, die mit Andrew Jackson kommt – und er führt während seiner Regierungszeit zwei wichtige politische Kämpfe in denen es um Grundfragen geht.

00:24:31: Beim ersten Kampf geht es wieder um die Frage wie viel Macht hat die Bundesregierung?

00:24:36: Wie viel Macht haben die

00:24:37: Einzelstaaten?".

00:24:38: Naja, vordergründig geht's um Zölle.

00:24:41: Nach der Unabhängigkeit überschwemmen die Briten den amerikanischen Markt mit billigen Waren.

00:24:46: Um wie eigene eigentlich ja kaum vorhandene Industrie zu schützen reagiert die US-Regierung mit hohen Einfußzollen und die treffen den landwirtschaftlich geprägten Süden sehr hart was zur ziemlichen Spannung inzwischen Nord- und Südstaaten führt.

00:24:59: Im Jahr arztin zweiund dreißig.

00:25:00: dann eskaliert diese Situation.

00:25:02: South Carolina weigert sich die Zolle zu akzeptieren und erklärt die Bundesgesetze Auf seinem Gebiet immer Leingang für Null und Nichtig.

00:25:10: Und deshalb heißt die Krise auch Notification Crisis, also Notifikationskrise.

00:25:14: South Carolina droht sogar aus der Union auszutreten.

00:25:17: Jackson verteidigt aber die Autorität der Bundesregierung.

00:25:21: Ich bin bereit mit Entschlossenheit und Tatkraft zu handeln und sollte den Gesetzen Widerstand geleistet werden sie mit Tatkraft und Entschliessenheit durchzusetzen.

00:25:32: Unsere Regierung ist stark genug um sich selbst zu erhalten werden die Gesetze ordnungsgemäß vollstreckt und die Union bewahrt werden.

00:25:42: Ich habe gelesen, hier spielt wohl wieder Jacksons Hass auf die Briten rein.

00:25:46: wenn Einzelstaaten aus dem Verbund so ausscheren wie es South Carolina machen wollte dann so Jacksens Sorge wären sie zur leichten Beute für den Einfluss der Briten Und das will Jackson auf jeden Fall vermeiden.

00:25:57: Wie gesagt Die Welt ist für ihn ein feindlicher Ort und so sieht er auch die Demokratie als etwas an dass ständig bedroht

00:26:03: ist.

00:26:05: Er lässt sich jedenfalls vom Kongress amächtigen, falls nötig militärische Gewalt gegen den ja in Anführungszeichen aufständischen Bundesstaat anzuwenden.

00:26:13: Also er droht mit Krieg!

00:26:15: Es ist sogar überliefert das er angedroht hat, falls ins South Carolina jemand einen Bundessoldaten angreifen würde, dass er dann persönlich nach South Carolina kommen würde und den ersten Menschen an einem Baum hängen würde der ihm vor die Füße kommt.

00:26:28: Und wer ja bekannt war, dass Andrew Jackson schon mal einen Mann im Duell erschossen hat.

00:26:32: Hatte diese Gewalt an Drohungen dann auch eine gewisse Glaubwürdigkeit?

00:26:36: Ja verständlich!

00:26:37: Letztlich kam es aber nicht zu der militärischen Eskalation.

00:26:40: Jackson hat den Konflikt eighteen dreienthreißig entschärft in dem er einen Zollsenkung eingeleitet hat und South Carolina hat dann auch den Widerstand aufgegeben.

00:26:49: Aber wie du vorhin gesagt hast das relevante dieses Streits ist ja nicht das Zollthema sondern die Frage können Bundesstaaten die Union verlassen?

00:26:56: Und in diesem Streit gewinnt hier zunächst der Zusammenhalt.

00:26:59: Ja, aber die Frage ob ein Staat nicht auch einfach aus der Union austreten kann ist nur aufgeschoben und nicht aufgehoben.

00:27:06: Zwei-dreißig Jahre später wird es anders ausgehen.

00:27:09: Da verlassen dann elf Südstaaten die Union wegen des Streits über die Frage der Sklaverei – das Auseinanderbrechen der Union führt dann in den Bürgerkrieg.

00:27:17: Zurück zu Jackson!

00:27:19: Ein anderer zentraler Punkt seiner Präsidentschaft ist der sogenannte Bankenkrieg.

00:27:22: Ja,

00:27:23: da ging es um die sogenannte Second Bank of America.

00:27:26: Die damalige Notenbank und die Frage ob sie demokratisch legitimiert ist.

00:27:30: Entscheidungen zu treffen oder nicht?

00:27:32: Denn in den Augen von Andrew Jackson ist die Bank ein Werkzeug das nur den Eliten und den Reichen nutzt.

00:27:37: Sie sozusagen eine Privatbank und eine staatliche Zentralbank gleichzeitig.

00:27:42: Sie gehört Investoren und verwaltet das Geld des Landes.

00:27:45: unter ihrem Chef Nicolas Biddle wird sich sehr mächtig und kontrolliert über ein Netz bis in die kleinsten Dörfer hinein.

00:27:54: Also wenn die Bank in der Zentrale eine Entscheidung trifft, spürt das der einfache Bauer sofort durch teurere Kredite oder Ähnliches.

00:28:00: Jackson hat eine große Abnergung gegen den staatlichen Notenmonopol und tut alles um die Second Bank of the United States zu zerstören.

00:28:08: Er versucht sich dem Interesse des Volkes zuzuwenden indem er bestimmte elitäre Strukturen zerschlägt oder angreift.

00:28:17: Sein Kampf gegen die Bank ist ein großes Thema im Wahlkampf für seine zweite Amtszeit als Präsident.

00:28:22: Kurz vor den Präsidentschaftswahlen, in der Jaxxon erfolgt seine Veto gegen eine Lizenzverlängerung der Bank und zieht alle Bundeseinlagen ab.

00:28:31: Jackson gewinnt den Kampf gegen nicht-demokratisch gewählte Bankelite – das ist ja ein Sieg für die Demokratie oder?

00:28:43: So fasst es der amerikanische Historiker HW Brands zusammen.

00:28:47: Ein Wirtschaftsdisaster wird daraus, weil Andrew Jackson die staatlichen Einlagen – also die Gelder der Bundesregierung an Banken der Einzelstaaten verteilt.

00:28:55: Und sie werden dadurch gestärkt!

00:28:57: Dann drehen Sie aber frei und geben Wildkredite aus ohne dass es dafür auch Sicherheiten gibt.

00:29:02: Also sie drucken unkontrolliert Papiergeld das nicht ausreichend durch Gold- oder Silberinlagen gedeckt ist... ...und in der Folge entsteht eine Spekulationsblase.

00:29:11: Diese Blase platzt dann erst nach der zweiten Amtszeit von Andrew Jackson.

00:29:15: Ja, ein paar Dinge kommen zusammen.

00:29:18: Was genau ist für die Folge nicht so relevant?

00:29:20: Aber es kommt zu einer Wirtschaftskrise – zur zweitschlimmsten Wirtschaftskriese, die die USA überhaupt ihr erlebt hat!

00:29:26: Und dafür ist Andrew Jackson nicht direkt verantwortlich...

00:29:29: Aber verantwortlich ist er dafür, dass es kein richtiges Instrument gab um diese Wirtschaftskrise einzudämmen.

00:29:35: Denn dieses Steuerungsinstrument wäre die Notenbank gewesen und die hat Jackson abgeschafft.

00:29:40: Ja in der Folge gehen Firmen, Bankrott Menschen werden arbeitslos und erst Mitte der Achtzehnvierziger also erst fast zehn Jahre später erholt sich die amerikanische Wirtschaft davon.

00:29:49: Das ist schon düster.

00:29:50: aber jetzt kommen wir zum wirklich dunkelsten Kapitel von Andrew Jacksons Amtszeit.

00:29:54: Die Vertreibung der indigen Bevölkerung nach Westen

00:29:57: Mit dem Versprechen, den Siedlern mehr Land zu geben macht er ja schon in der Wahlkampf.

00:30:03: Er löst es ein und wechseln bringt den Indian Removal Act, das indianer Umsiedlungsgesetz durch den Kongress.

00:30:10: Das Gesetz erlaubt dem Präsidenten Stämme von Ureinwohnern auch mit Gewalt umzusiedeln.

00:30:15: Dass das unrecht ist, haben auch schon damals viele Menschen gesehen.

00:30:18: Im Kongress gibt's auch Widerstand.

00:30:20: Besonders bitter finde ich dass es diesmal gegen Indigene geht die wirklich alles versucht haben um sich anzupassen.

00:30:25: Deshalb werden sie damals auch die fünf zivilisierten Stämme genannt.

00:30:29: Das sind die Cherokee, die Creek, die Choctaw, die Chickasaw und die Seminolen.

00:30:34: Die Cherokee die auf dem Gebiet Georges leben lassen sich als sesshafte Bauern nieder Wohnen in Häusern Und viele konvertieren sogar zum Christentum.

00:30:43: Sie erfinden sogar ein eigenes Silbensystem für ihre Sprache und sogar eine englischsprachige Zeitung bringen die Stammesmitglieder heraus.

00:30:50: Bei den vorherigen Vertreibungen gegen die Ureinwohner war das Argument, dass sind Wilde deshalb haben sie kein Recht auf das Land.

00:30:56: Das ist natürlich ein Quatsch-Argument aber in diesem Fall traf das ja noch nicht mal zu!

00:31:00: Ja wer möchte kann mal im Internet nach Bildern von John Ross suchen?

00:31:04: Das war der führende Politiker der Cherokee und auf den Stichen aus der Zeit sieht man einen Ja, ein distinguierten Mann in typisch europäischer Kleidung.

00:31:12: Also die Cherokee geben viel um ihr Land behalten zu können aber dann passiert etwas das ihr Schicksal und dass der anderen Indigen besiegt.

00:31:19: In Georgia wird eightundundzwanzig Gold gefunden

00:31:22: Und die Einwohner von Georgia sagen oh das ist nett gold können wir immer gut gebrauchen.

00:31:27: peinlicherweise liegt das gold auf dem territorium der fünf zivilisierten Nationen.

00:31:32: Das heißt sie sollen bitte schön weg.

00:31:34: Und Andrew Jackson braucht die Unterstützung von Georgia, um sich in der Notifikationskrise gegen South Carolina durchsetzen zu können.

00:31:40: Sonst funktioniert das alles nicht!

00:31:42: So stark ist die amerikanische Armee nicht.

00:31:44: man braucht also die Milizen der Staaten drum herum und da heißt Georgia ganz zentral.

00:31:50: Das heißt er steht auch ein bisschen unter dem Druck von Georgia hier die Dinge mit den fünftizibilisierten Nationen zu klären.

00:31:58: Mit dem Konflikt befasst sich dann sogar der Supreme Court und urteilt, dass Georgia nicht einfach in das Gebiet der Cherokee hinein regieren

00:32:05: kann.

00:32:06: Aber über diese Entscheidung setzt sich Andrew Jackson einfach hinweg.

00:32:09: Die Legende will, dass Jackson gesagt hat – Der Gerichtspräsident hat seine Entscheidung getroffen jetzt soll er sie auch durchsetzen!

00:32:15: Also die Indigen verlieren den Kampf?

00:32:18: Die Vertreibungen ziehen sich noch über viele Jahre hin und betreffen viele Indianernationen insgesamt ca.

00:32:23: hunderttausend Indigene.

00:32:25: zusammengefasst wird es unter dem Begriff Trail of Tears also Und damit ist der lange Weg gemeint, den die Menschen zurücklegen mussten bis sie in das ihnen zugewiesene Territorium im heutigen Oklahoma kam.

00:32:37: Am bekanntesten ist der Fall der Cherokee, deren Vertreibung aus Georgia fand erst nach der Amtszeit von Andrew Jackson statt – ist aber eine Folge von seinem Indian Removal Act.

00:32:47: Südosten der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr eighteenhundert und dreißig.

00:32:52: Als die sechzehntausend Cherokee von den US-Soldaten verschleppt werden geht Evan Jones mit ihnen.

00:32:58: Der Geistliche liebt seit vielen Jahren bei den Cherokee.

00:33:00: Er wird mit einigen hundert anderen im Sammellager Camp Hetzel in der Nähe von Cleveland festgesetzt.

00:33:06: Von dort schreibt Evan Jones am sechzehnten Juni, in einem

00:33:10: Brief.

00:33:11: Fast alle Cherokees sind gefangene!

00:33:13: Sie sind aus ihren Häusern weggezerrt worden und in Lager des Militärs gesteckt worden überall im Land.

00:33:19: Besonders in Georgia ist viele nicht erlaubt worden, irgendetwas mitzunehmen außer den Kleidern die sie am Leib hatten.

00:33:25: Schön eingerichtete Häuser sind den Plünderern überlassen worden, die wie hungrige Wölfe dem Trupp der Entführer folgen.

00:33:33: Zuvor hat es ein zweijähriges Ultimatum gegeben – das war Teil des Vertrages von New Age Order.

00:33:38: Dem stimmt der führende Politiker der Cherokee Nation John Ross nicht zu.

00:33:43: Trotzdem kommt es zur Unterzeichnung.

00:33:45: Vertreter der Bundesregierung und eine kleine, nicht autorisierte Gruppe der Cherokey unterschreiben weil sie davon ausgehen dass die Vertreibung unausweichlich ist.

00:33:52: Sie versuchen wenigstens noch die besten Bedingungen auszuhandeln.

00:33:56: Das Abkommen sieht vor, dass die Cherokee ihr Land östlich das Mississippi aufgeben müssen und in ein viele, viele Kilometer entferntes Gebiet im Westen umziehen – in das neue sogenannte Indiana-Territorium.

00:34:09: Dafür sollen sie Geld als Entschädigung bekommen.

00:34:12: Zwei Jahre hatten die Cherokey also Zeit, um umzuziehen, doch die meisten Cherokee wollen ihr Land nicht aufgeben — sie weigern sich!

00:34:18: Deshalb sollen sie zwangsweise umgesiedelt werden.

00:34:21: Der erste Schritt dafür sind die Sammelager.

00:34:24: Während der Lagerhaft brechen Krankheiten aus.

00:34:26: Schätzungen zufolge sterben schon in den Lagern hunderte, vielleicht sogar bis zu zweitausend Jero-Ki.

00:34:32: Die Haft zehrt an den Nerven der Familien.

00:34:35: Mehrere Monate sind vergangen und wir sind immer noch im Sammellager.

00:34:39: Mein Vater wirkt müde, er spricht mit anderen Männern doch niemand scheint zu wissen was zu tun ist oder was geschehen wird.

00:34:46: Wir hören das Weiß in unsere Häuser eingezogen sind und unsere Felder bewirtschaften.

00:34:51: Was wird es uns werden?

00:34:53: So heißt es in Erinnerung des achtjährigen Samurai Cloud, die in seiner Familie mündlich überliefert werden bis sein Ur-Urenkel die Erzählung aufschreibt.

00:35:03: Die Umsiedlung aus den Lagern in das Indianer Territorium beginnt.

00:35:06: Zunächst machen sich dreitausend Cherokee auf den Weg, aufgeteilt in drei Gruppen.

00:35:11: Die Kontrolle hat die US-Armee aber die mehr als tausend zweihundert Kilometer in der senkten Hitze zu bewältigen ist ein grausames Unterfangen.

00:35:18: viele Cherokee sterben.

00:35:21: In der Folge wird den Cherokee erlaubt, ihre Reise selbst zu organisieren und später loszuziehen wenn die Sommerhitze vorbei ist.

00:35:27: Der Cherokee-Anführer John Ross und einer seiner Brüder versuchen die Logistik zu stemmen.

00:35:32: Kreizentausend Menschen, fünftausend Pferde, zahlreiche Ochsen – sie alle müssen versorgt werden auf der langen Reise.

00:35:38: Woher sollen Nahrung und Wasser kommen?

00:35:40: Es ist eine kaum lösbare Aufgabe!

00:35:43: Eine Gruppe nach der anderen macht sich auf dem beschwerlichen Weg.

00:35:46: Die letzte Gruppe erreicht das neue Indianer Territorium im März des kommenden Jahres.

00:35:51: Auf ihrer Reise durchleben sie Schneestürme und Überflutungen, müssen Flüsse überqueren mit Hunger und Krankheiten klarkommen.

00:35:57: Unter den Vertriebenen herrschte viel Krankheit und sehr viele kleine Kinder starben an Keuchhusten.

00:36:02: So fasst die Cherokee Rebecca Newgin den Schrecken zusammen, denen sie als Dreijährige auf dem Trail of Tears, dem Pfad der Dränen erlebte.

00:36:10: Wie viele Menschen insgesamt sterben bei der Gefangennahme in den Lagern auf dem Weg kann nur geschätzt werden?

00:36:16: Aber heute geht man davon aus, dass zwischen zwanzig und fünfundzwanzig Prozent der Cherokee auf dem Trail of Tears starben.

00:36:24: Dass er für die Vertreibung der Cherokey verantwortlich ist, ist das wesentliche Fakt für das Andrew Jackson heute bekannt ist.

00:36:30: Dahinter stehen alle anderen Sachen wie Kriegseldmann des Volkes usw.

00:36:33: zurück.

00:36:34: Deshalb gab es auch einen großen Aufschrei als Donald Trump sich ein Porträt von Andrew Jackson ins Weiße Haus gehängt hat.

00:36:41: Daran und auch an allem, was wir bisher über Andrew Jackson besprochen haben sieht man seine Ära hat das Land vorangebracht und langfristig geprägt.

00:36:49: Was die Demokratisierung angeht.

00:36:51: aber seine Regierungszeit hat auch Schattenseiten vor allem für die Indigenen und für die schwarze Bevölkerung.

00:36:57: Darüber und über weitere wichtige Stationen in der amerikanischen Geschichte spreche ich jetzt ausführlich mit Michael Hochgeschwender.

00:37:04: Wir haben ihn ja in dieser Folge schon oft als Experten gehört, er ist Professor für Nordamerikanische Kulturgeschichte an der Lutics-Maximilians-Universität München.

00:37:20: Andrew Jackson ist in Deutschland zumindest nach meinem Eindruck ein eher unbekanter amerikanischer Präsident.

00:37:25: aber wie sind das in den USA?

00:37:27: Wie bekannt ist er da und wie beurteilen die Amerikaner diesen Präsidenten?

00:37:31: Er ist durchaus bekannter als in Deutschland.

00:37:34: Tatsächlich muss man sagen, wenn ich hier an der Universität Kurse zu Andrew Jackson anbiete kommen viele Leute rein die gar nicht wissen wer das ist, wer überhaupt jemand kommt.

00:37:43: In den USA ist er deswegen bekannt weil er auf dem zwanzig Dollar Schein drauf ist und das ist der Geldschein, den man am liebsten verwendet, wenn man in den USA isst.

00:37:51: Das heißt man sieht ihn ständig.

00:37:54: Die Einschätzung ist sehr ambivalent.

00:37:56: Lange war er einer der großen Heroen der amerikanischen Republik.

00:38:00: Das hängt mit der Schlacht von New Orleans zusammen, das hängt auch mit anderen Dingen zusammen, dass seine Präsidentschaft als der Durchbruch zur Massendemokratie galt und nicht ganz zu unrecht.

00:38:09: Aber inzwischen ist vor allem die schwarze Bürgerrechtsbewegung darauf hingewiesen... Rassismus war integraler Bestandteil dieser Herrschaft, er war selber Sklavenhalter und hat nicht viel getan um die Situation von Sklafen zu verbessern.

00:38:23: Und auch aus der indianischen Bürgerrechtsbewegung ist immer wieder Kritik gekommen weil sein Verhalten gegenüber den Krieg, gegenüber dem Seminolen zum Teil wirklich brutal war.

00:38:36: dann auch die Vertreibung der fünf zivilisierten Nationen aus Georgia und Teilen von Florida muss ihm zugeschrieben werden.

00:38:43: Da war er eine der treibenden Kräfte, das heißt inzwischen ist... sehr stark auch ein bisschen parteipolitisch Andrew Jackson ausgerechnet.

00:38:50: Der alte Demokrat ist im Idealbild konservativer Republikaner geworden, während Liberale und linke Demokraten ihm erheblich skeptischer gegenübersteht.

00:39:00: Da ist auch viel Ungerechtigkeit dabei muss ich sagen weil die Zeitsituation der Achtundertreißiger Jahre dann doch arg präsentistisch auf bestimmte Dinge reduziert wird.

00:39:10: Die Situation war einfach durchaus komplexer als wir sie uns heute vorstellen können.

00:39:16: Enver Jackson hat als Präsident mit zwei Dingen dazu beigetragen, dass letztlich großes Leid über die Menschen kam.

00:39:25: Sein Kampf gegen Bank of United States hat dafür gesorgt, dass die zweitschlimmste Wirtschaftskrise der USA nicht effektiv bekämpft werden konnte und sein Indian Removal Act zu einer ethnischen Säuberung unter den amerikanischen Ureinwohnern geführt hatte.

00:39:39: Was ich jetzt daran relevant finde, wenn ich es richtig verstanden habe dann hat er mit beiden Themen jeweils seinen Präsidentschaftswahlkampf geführt.

00:39:46: Also die Leute haben genau gewusst dass sie ihn dafür wählen und das sind doch eigentlich gute Beispiele dafür, dass mehr Demokratie nicht immer auch für mehr gute Entscheidungen sorgt oder?

00:39:56: Ja, weil tatsächlich Demokratie Interessenpolitik macht.

00:40:00: Also Sie müssen das sehen sie in den USA sehr deutlich auch wenn es nicht um Andrew Jackson geht die Indianer Politik wird maßgeblich dadurch mitbestimmt dass die Siedler Wahlrecht haben und dann der Regierung sagen beziehungsweise ihren Abgeordneten sagen also ich möchte das Land Und was haben diese Wilden da zu suchen?

00:40:20: Wir haben Stimmenrecht und wollen, dass denen das Land weggenommen wird.

00:40:24: In Georgia kommt noch dazu, da liegt Gold.

00:40:27: Das wollen wir erst recht haben.

00:40:29: Also müssen die da weg!

00:40:31: Die dunkle Seite der Demokratie hat Michael Mann das einmal genannt... ...und die Demokratie hatte dunkle Seiten.

00:40:37: Da muss man sich einfach klar darüber sein.

00:40:39: Ich fand es immer sehr interessant mit dem Kollegen Jörg Barbarowski öfter Seminare in Tübingen gegeben über Umgang kontinentaler Expansion in den USA und im zahrischen Russland.

00:40:50: Und es war immer sehr erstaunlich, dass das zahrische Imperium Hier sehr viel zurückhaltender war im Umgang mit Fragen ethnischer Säuberung, weil man sich als Imperium verstanden hat.

00:41:02: Und in diesem Imperium die ethische Zugehörigkeit nicht so wichtig war.

00:41:06: Die amerikanische Demokratie gründet ganz stark auf Rassedenken und dadurch wird dann auch die rassische Zzugehörigkeit seines Schwarze oder seines amerikanischen Indianer wird ganz zentral für die Selbstdefinition dann gewissermaßen die Mehrheit den Ausschlag gibt und in diesem Denksystem verwurzelt ist, dann hat das diese Auswirkungen, die es hatte.

00:41:28: Zurück zur Second Bank of the United States.

00:41:31: da ist die Lage tatsächlich sehr viel komplexer Weil dahinter das durchaus berechtigte Misstrauen stand, dass mit der Second Bank of the United States vor allen Dingen die Interessen der Industrie und des Großkapitals bedient werden.

00:41:46: Das ist jetzt auch per se keine demokratische Angelegenheit.

00:41:49: Es war ein Ausdruck wirtschaftlicher Rationalität, finanzpolitischer Rationalitäten.

00:41:54: aber diese Wirtschafts- und finanzpolitische Rationalitet ist in sich nicht demokratisch sondern sie hebelt auf oligarchische Art und Weise Demokratie aus.

00:42:03: und deswegen haben sehr viele amerikaner ganz genau gewusst was sie taten als sie andrew jackson gewählt haben mit der maßgabe Erlöse uns vom Schrecken dieser Art von oligarchischer finanzkapitalistischer Herrschaft.

00:42:16: Jetzt nicht in einem marxistischen Sinne, weil es ja um Privateigentum ging aber erlösen uns von diesem Schreken denn das ist eine Bedrohung für unsere Demokratie.

00:42:24: Das kommt in Wellen in den USA.

00:42:25: In den Achtzeint neunziger Jahren haben sie das wieder bei den Altpopulisten und Sie haben's heute wieder.

00:42:30: also Es gibt immer wieder die Sorge dass der Finanzkapitalismus Kapitalismus der Großkonzerne letztlich die Demokratie aushebelt.

00:42:41: Und diese Sorge teilt Andrew Jackson und viele seiner Wähler.

00:42:46: Das ist der Grund, die Demokraten haben sich immer als die Party of the Common Man verstanden.

00:42:51: Je nachdem wie sie die Interessen des Common Man definierten, haben Sie am Anfang sehr stark Gegenstaatsintervention agitiert, dann aber vor allem im New Deal von Roosevelt gesagt naja vielleicht ist es für die einfachen Menschen doch besser wenn der Staat ihnen Unterstützung gewährt.

00:43:08: Aber das wurde immer unter dem Schlagwort Interessen des Common Man verkauft und so ist das ja auch.

00:43:14: Lassen Sie uns noch mal einen Schritt zurücktreten und grundsätzlich auf die Geschichte Amerikas schauen.

00:43:18: Das Experiment USA, der für so frei selbstbestimmt und glücklich zu leben wird diesen Sommer zweieinhalbfünfzig Jahre alt begonnen hat alles mit der Unabhängigkeitserklärung siebzehntsechsundsech.

00:43:27: Wenn ich jetzt sage, Sie dürfen nur drei weitere wichtige Stationen auf dem Weg der Entwicklung der USA nennen.

00:43:32: Welche drei sind das dann für Sie?

00:43:35: Der Bürgerkrieg New Deal and Great Society würde ich zusammen fassen.

00:43:41: Und für die gegenwärtige Situation der sogenannte Conservative Backlash, der in den Neoliberal-Globalistische Wände, das wären die drei, die ich jetzt nach Jackson nennen würde.

00:43:57: Ja, fühlen Sie es doch gerne aus!

00:43:59: Für mich sind vor allem die letzten beiden überraschend – aber auch gerne noch.

00:44:02: was zum

00:44:03: Bürgerkrieg?

00:44:04: war auch ziemlich klar, weil da wird endgültig geklärt.

00:44:08: Was ist eigentlich der Charakter der USA?

00:44:10: Sind die USA eine Union mehr oder minder souveräne Einzelstaaten oder sind sie ein Nationalstaat?

00:44:16: Kann man sagen dass da auch die Demokratie erst mal zusammengebrochen ist oder gescheitert ist?

00:44:21: denn eigentlich ist Demokratier das man mit Argumenten und mit Wahlen Dinge ausfechtet und eben nicht sich gegenseitig die Köpfe einschlägt.

00:44:30: Ja ja, die Demokratie scheitert und sie scheitern an der Radikalisierung auf beiden Seiten wobei diese Radikalierung vom Süden ausgeht.

00:44:37: Man kann in den Achtzehntfünfziger Jahren wenn man südstaatliche Zeitungen liest sieht man wie der Diskurs immer hysterischer wird.

00:44:44: Die wollen uns unsere Peculiar Institution, unsere Sklaven wegnehmen und da ist man sehr offen im Süden anders als das was heute amerikanische Konservative erzählen.

00:44:54: es geht ganz eindeutig und überall um die Sklave Frage und man hat Angst eine völlig etrationale Angst, weil eigentlich aus einer kleinen Minderheit im Norden will das ja niemand.

00:45:04: Man will nur keine Expansion der Sklaverei.

00:45:07: aber was man im Süden sieht ist es wird so nicht weitergehen auf Dauer und die ökonomische Profitmaximierung durch die Sklaverei hat absehbar ein Ende.

00:45:18: deswegen beharrt man im süden ja so darauf dass man eine Union gleichberechtigter Einzelstaaten sei und irgendwann ist man nicht mehr in der Lage Heibig sinnvoll durchzubringen, weil man auch dauernd maximal Forderungen stellt.

00:45:33: Was dann letztlich in den Bürgerkrieg mündet?

00:45:35: Wenn South Carolina sagt wir treten jetzt aus und bitten die anderen Staaten sie treten mit aus Dann wird ausgekämpft die Frage Sklaverei Nationalstaat oder Union?

00:45:45: Und was sich durchsetzt ist eben ein national liberaler Kapitalistischer Staat, denn gleichzeitig wird noch mit ausgekämpft eher agrarisch ausgerichtet.

00:45:55: Weil die Südstaatler mehr Geld hatten als der Norden.

00:45:58: oder eher industriell ausgerichtet weil sich jetzt der industrialisierte Norden durchsetzt und der Süden zu einer Art Binnenkolonie herabsinkt.

00:46:06: Dann New Deal and Great Society würde ich deswegen das hängt auch mit dem Zweiten Weltkrieg zusammen würde Ich deswegen als zentrale Schritte bezeichnen weil damit der amerikanische Staat und zwar der Bundesstaat auf ganz neue Füße gestellt wird.

00:46:21: Er wird zum Interventionsstaat, er wird in Grenzen zum Sozialstaat.

00:46:27: Es entsteht eine nationale Bürokratie die es in dieser Form vorher überhaupt nicht gegeben hat Und damit entstehen auch die Rahmenbedingungen für eine moderne hoch industrialisierte Gesellschaft.

00:46:39: Die können sie ohne eine funktionierende Bürokrate gar nicht auf die Beine stellen.

00:46:43: Das ist sozusagen das Absurde bei Millay und Elon Musk den ganzen Libertären, die in den USA herumlaufen.

00:46:50: Sie benötigen diese Bürokratie.

00:46:52: Die muss nicht ausufern sein aber sie muss da sein um die Rahmenbedingungen für das Funktionieren einer Industriegesellschaft herzustellen.

00:47:00: und das geschieht in dieser Zeit auf den Säulen von Big Corporationism.

00:47:05: Das heißt man fördert bewusst tatsächlich durch, kann man sagen, sozialdemokratischen Perspektive das entstehen oder sich durchsetzen von Großunternehmen.

00:47:16: Weil diese Großunternehmung dann besser mit großen Gewerkschaften verhandeln können.

00:47:21: Das nämlich die zweite Säule Big Unionism und dann Big Government.

00:47:26: Das sind die drei Elemente, die hier aufkommen Und die machen die USA fähig im Zweiten Weltkrieg und dem Kalten Krieg Die Herausforderungen zu bestehen auch durch die strukturelle Herausforderungen Totalitärer Systeme, die wirtschaftspolitisch-finanzpolitisch einen ganz anderen Weg gehen als die USA.

00:47:43: Und das macht sie zu einer Art Modell.

00:47:45: und der Conservative Backlash hier übernehmen die USA wieder gemeinsam mit Großbritannien Maggie Thatcher.

00:47:52: Die Zeit

00:47:53: ist das?

00:47:53: Können Sie uns da kurz vorhaben?

00:47:54: Das ist im Sehnsiebziger, Achtziger Jahre.

00:47:57: Die USA zusammen mit GroßBritannien unter Maggie Thatscher, die USA unter Ronald Reagan übernehmen eine Führungsfigur nach dem erkennbaren Scheitern dieses Ausgeprägt interventionistischen Modells, basierend auf einer kainsianischen Wirtschaftsordnung mit ausgeprägter Staatsintervention.

00:48:17: Weil dieses System sozusagen das kainsanische Modell des sogenannten New Deal Order funktioniert nicht mehr, weil die Intervention immer schon vorab eingepreist wird.

00:48:28: Das heißt wenn der Staat interveniert in einer Rezession hat man vorher schon damit gerechnet dass der Start interveniert und dann wirkt es hinterher nicht mehr.

00:48:37: In dieser Zwickmühle bewegt man sich in der Stackflation des neunzehntsiebziger Jahre.

00:48:41: Das stellt zusammen mit der Niederlage in Vietnam den Großmachtstatus der USA ernsthaft infrage, es gibt die sogenannten Decliners, die sagen wir sind auf dem absteigenden Ast Es geht final mit den USA zu Ende und dann kommt Ronald Reagan und sagt Wir müssen das Ganze jetzt mal völlig neu denken Und wir müssen sehr viel radikaler wieder auf Rugged Individualism Auf Kapitalismus auf Globalisierung.

00:49:03: das ist etwas was Trump offenbar nicht versteht aber Reagan war ein großer globalisierer.

00:49:07: Wir müssen auf das setzen, was man als neoliberalismus, als neoliberale anti-kainsianische Wirtschaftspolitik versteht und dadurch gründen sich die USA tatsächlich noch einmal neu.

00:49:17: Das ist das Erstaunliche an der amerikanischen Politik und Gesellschaft, dass man im Laufe der Zeit sich immer wieder neu erfinden kann je nachdem wie die Herausforderung ist oder dass man auch auf diese Herausforderungen reagiert.

00:49:27: Das war für mich, als ich mich jetzt mit der amerikanischen Geschichte beschäftigt habe.

00:49:31: Noch mal ganz spannend wie das eben nicht so gefestigt alles war sondern wie das immer schon chaotisch war ja also wie knapp dass die Verfassung in den Bundesstaaten ratifiziert wurde.

00:49:44: Also könnten Sie uns das nochmal einordnen?

00:49:47: Heute kommt uns ja die Situation in den USA ziemlich chaotische vor aber wenn man sich die Geschichte anschaut wie normal ist dieses

00:49:53: Chaos?

00:49:54: Eigentlich viel normaler als wir denken.

00:49:56: Wir sind alle sozialisiert worden in dieser Zeit des koreanischen Staatsinterventionismus, wo die USA so europäisch waren wie vorher und nachher nicht.

00:50:05: Das heißt, wir kennen ein USA, in der wir uns selber wieder erkennen – in einer abgespeckten Form!

00:50:11: Also wenn Sie so wollen eine abgespechte Sozialdemokratie.

00:50:14: das sind Franklin Delano Roosevelt, John F Kennedy, Lyndon B Johnson, Jimmy Carter.

00:50:18: da kann man das sehr schön nachvollziehen.

00:50:21: Was wir heute haben, ist sehr viel leer an den USA des neunzehnten Jahrhunderts oder auch das achzehnte Jahrhunders dran.

00:50:26: Das ist eine sehr konfliktgeladene Gesellschaft wo Konflikte mit Gewalt ausgetragen werden.

00:50:33: Wir vergessen immer wie gewaltaffin die amerikanische Kultur und die amerikane Gesellschaft im neunzenten Jahrhunder war.

00:50:40: Es gab permanent städtische Unruhen es gab rasse Konflichte es gab ethnische Konflkte zwischen mit ihren Es gab antikatholische Verfolgungen, antimormonischen Verfolgungswellen.

00:50:55: Also die USA des Neunzehntjahrhunderts waren keine ideale Gesellschaft.

00:50:58: Sie waren eine wachsende sehr dynamischer aber keine idealle Gesellschaft.

00:51:02: und diese konflikt beladene Gesellschaft kommt jetzt in Teilen wieder weil natürlich das System an das wir uns gewöhnt haben wurde in Teilien auch zusammengehalten durch den systemischen Außendruck durch die Sowjetunion Also die Zwang zu reformen, die Zwangen dazu dass man der Ausschweifungen des kapitalistischen Systems irgendwie regulierte um sich auch selber zu legitimieren in der Auseinandersetzung mit dem Ostblock.

00:51:29: In dem Moment wo das wegfällt bemerken sie einen gewissen Wirtschaftsliberalen Triumphalismus und dieser Triumphalismus übersah dass er der Triumph ja nur stattfinden konnte weil man unter dem Druck der systemischen Auseinandersetzungen Reformbereitschaft gezeigt hatte.

00:51:47: Und dieser Druck fällt weg, jetzt fällt die Reform Bereitschaft weg und dann brechen die ganzen Konflikte, die man dazudecken konnte, wieder auf.

00:51:54: Ja Herr Hochgescheiner vielen Dank für diesen Bogen den Sie da mit uns gemacht haben.

00:51:59: Gerne!

00:52:05: Im Gespräch hat Michael Hochgeschwender ja mit uns einen Durchlauf vom neunzehnten Jahrhundert bis heute gemacht – auch eine Brücke von Andrew Jackson bis ins.

00:52:13: Jetzt ist der Vergleich mit Donald Trump.

00:52:15: Diesen Vergleich macht Trump selbst sehr gerne, wenn es um die Reaktion der Eliten auf den Wahlsieg geht und auch wenn er sich inszeniert als einer, der genauso durchgreift wie Andrew Jackson.

00:52:25: Aber

00:52:25: die Frage ist würde diese Verehrung auf Gegenseitigkeit beruhen?

00:52:29: Ich möchte nicht Donald Trump im neunzehnten Jahrhundert sein, wenn Andrew Jackson noch leben würde denn dann hätte er sofort ein Duell am Hals.

00:52:36: also Jackson hätte ihn gehasst als Vertreter der New Yorker Finanzinteressen, als ein reichen Typen, der sozusagen mit dem goldenen Löffel im Mund geboren worden ist.

00:52:47: Selbst wenn er was ordentlich hinkt.

00:52:49: auch Gegner Trumps ziehen diese Parallele.

00:52:51: Daher

00:52:51: wenn man das alles hört die Polarisierung und der übermächtige Präsidentin drängt sich ja auch einfach unweigerlich Donald Trump auf.

00:52:58: oder einen Vergleich der noch weiter in die Vergangenheit schaut in die Antike

00:53:02: Der deutsche Kulturphilosoph Oswald Spengler wurde zu Beginn der neunzehnzwanziger Jahre bekannt, weil er den Verfall westlicher Demokratien hin zur autoritären Herrschern den Césarinen vorher sagte.

00:53:14: Diese Sicht auf Andrew Jackson als César gab es schon zu seiner eigenen Zeit.

00:53:18: Dexon hatte ja die demokratische Partei mitbegründet, als Reaktion darauf bildete sich in den Achtzehn-Dreißigerjahren die WIC-Partei heraus – ein relativ kurzlebiges Projekt, in dem sich die Anti-Jacksons versammelten.

00:53:31: Sie haben diese Übermacht des Präsidenten kritisiert.

00:53:40: Also, der Trumpismus überhaupt wieder überwinden lässt.

00:53:43: Genau darüber hat sich Matthias Oppermann Gedanken gemacht.

00:53:46: Er ist Leiter der Beteilung Zeitgeschichte bei der Konrad-Adenhorstiftung.

00:53:56: In Oswald Spengler's Untergang des Abendlandes kommt nur ein einziger amerikanischer Präsident als Repräsentant einer Epoche vor und zwar im zweiten Band, den er in der Jahr neunzehntzwanzig erschienen ist.

00:54:08: Spenglar präsentiert Andrew Jackson darin als Typus des rückzichtslosen Parteiführers.

00:54:14: Durch die Gründung der Demokratischen Partei habe Jackson in Amerika dem Zeitalter der Parteiherschaft zum Durchbruch verholfen.

00:54:21: Mit ihm habe sich der Grundsatz durchgesetzt, dass Wahlen ein Geschäft und sämtliche Staatsämter die Beute des Sieges sein.

00:54:29: Für Spengler ist mit der Parteieurschaft das letzte Stadium der Demokratie erreicht – irgendwann wird der Gegensatz zwischen der demokratischen Zivilisation und den Resten aller stokratischer Kultur durch den Anbruch des Cesarismus

00:54:42: aufgehoben.".

00:54:44: In Spengler's Geschichtsmorphologie bleibt vieles im Dunkeln.

00:54:47: Aber eines ist klar, eine Caesar der die Reste der liberalen Demokratie beiseite schiebt, sah Spengla in Jackson nicht.

00:54:56: Man muss Spenglas antileberale Haltung nicht teilen – sollte es auch nicht um ihm recht zu geben.

00:55:04: In den Reihen der Wigs war es in den Achtzehnern dreißiger Jahren üblich Jackson als Cesar zu bezeichnen aber das war reine Polemik.

00:55:13: verkörpertet Jackson nur in besonderer Weise eines der Elemente der amerikanischen Verfassung.

00:55:19: Die Liberale Demokratie ist ein gemischtes System aus Liberalismus und Demokratie, wobei der Liberalismus – weil er Rechte und Freiheiten garantiert die Herrschaft der Mehrheit begrenzt.

00:55:32: Die Gründerväter verbanden eine liberale und repräsentative Republik mit begrenzter Demokratie.

00:55:39: Die Verfassung entwickelte sich jedoch weiter und in Jacksons Person zeigte sich, was längst im Gange war – der Durchbruch der vollen Demokratie.

00:55:48: Auch der Gebrauch von Mitteln, die kein Präsident vor ihm genutzt hat, machte Jackson nicht zum Caesar.

00:55:53: Denn die Gründerväter hatten diese Mittel selbst in die Verfassung geschrieben.

00:55:58: Donald Trump mag Jackson dafür bewundern und sich in seine Tradition stellen aber….

00:56:02: Der Schwindel ist leicht zu durchschauen!

00:56:05: Jackson kam aus kleinen Verhältnissen, war ein Kriegsheld, ein Patriot, ein echter Parteipolitiker und hatte Leistungen vorzuweisen.

00:56:14: Er mag einen Populist gewesen sein oder auch nicht – aber er stütze sich nicht auf das einfache Volk um sich zu bereichern.

00:56:22: Nichts davon kann man über Trump sagen!

00:56:25: Auch Trump ist nicht Spengler Caesar, obwohl manche verehrte Spenglirianer ihn so sehen möchten….

00:56:31: Er ist nicht die energiegeladene Ausnahme gestaltet, die Kämpfe innerhalb der zerfallenen Demokratie.

00:56:36: Heute würde man von extremer Polarisierung sprechen durch eine Tyrannei beseitigt.

00:56:41: Er ist keine Lösung sondern ein Symptom der Krise Wie Jackson repräsentierte einen Typus aber einen anderen Den des Dämagogen in seiner negativen Variante wie er aus dem griechischen Altertum bekannt ist.

00:56:55: Trump ist trotz seiner Vulgarität der Mann aus der Oberschicht, der sich zum eigenen Vorteil auf das Volk stützt.

00:57:01: Ich glaube nicht, dass nach Trump der Cesarismus anbricht – die amerikanische Verfassung hat schon ganz andere Krisen überstanden!

00:57:08: Sie wird auch diese überstehen…

00:57:10: hoffentlich!".

00:57:20: Sich klarzumachen, welche Krisen die Vereinigten Staaten schon in ihrer Geschichte bewältigt haben hilft ja zumindest dabei, die aktuelle Krise einzuordnen.

00:57:29: Wie greifen positive und negative Entwicklungen bei Andrew Jackson ineinander?

00:57:33: Was waren das für Entscheidungen und Kämpfe während der Präsidentschaft von Andrew Jackson, die solche wichtigen Folgen hatten?

00:57:39: Nachdem wir das jetzt alles gehört haben.

00:57:41: Und wenn wir jetzt mal zusammenfassen wie Jackson langfristig das politische System der USA geprägt hat dann kommt man zu dem Schluss unter ihm entstehen professionelle Parteierparate und das moderne zwei Parteinsystemen dass wir bis heute in den USA kennen.

00:57:55: Was sich bei ihm konsequent in seiner ganzen Karriere durchzieht, ist diese Ablehnung der etablierten Eliten.

00:58:00: Die findet er von ihren ganzen Umgangsformen und ihrem Einfluss absolut

00:58:04: widerwärtig.".

00:58:05: Und die Politik verlagert sich sozusagen aus den Hinterzimmern der Wohlhabenden auf die Straße.

00:58:11: Parallel setzt sich das allgemeine Wahlrecht durch...

00:58:14: Andrew Jackson war der Erste, der gezielt die breite Masse der Menschen politisch mobilisiert.

00:58:18: Er macht Wahlkampf hat enge Kontakte zu Journalisten startet gezielt Pressekampagnen.

00:58:23: Er peitscht gezielt den Volkswillen auf.

00:58:25: er setzt Themen mit denen der Wahlen auch gewinnen kann.

00:58:28: aber das kann noch schlimme Folgen haben zum Beispiel für die indigene Bevölkerung die vertrieben wurde

00:58:34: Und in seiner Zeit kocht schon mal hoch, was später unter anderem zum Bruch und zum Bürgerkrieg führen wird.

00:58:39: Nämlich die Frage wie viel Recht auf Selbstbestimmung die Bundesstaaten haben und ob sie sogar einfach aus der Union austreten können?

00:58:45: Andrew Jackson wendet die Krise zwar nochmal ab und hält die Union zusammen aber einen Ausgleich zwischen Nord- und Süd strebt er nicht an.

00:58:53: Der Gegensatz intensiviert sich sogar, denn Jackson vertritt die Interessen des Sklavenhaltenden Südens.

00:58:58: Der Norden entwickelt sich ganz anders auch durch die Koalition von Evangelikain und Libereien, die eine Art Gesellschaftsreform im Norden durchsetzen.

00:59:06: Dadurch kommt es zu einem Auseinanderdriften von Nord- und Süd das in den Bürgerkrieg hineinmündet.

00:59:11: Und nun zu Ihnen liebe Hörerinnen und Hörern!

00:59:13: In einer Woche machen wir wieder eine Q&A-Folge.

00:59:15: Und bei der macht auch unser Experte Michael Hochgeschwender mit.

00:59:18: Wenn Sie Fragen zur Folge haben, schreiben sie uns gerne.

00:59:20: und außerdem interessiert uns!

00:59:22: Wie beurteilen

00:59:25: Sie das Andrew Jackson so auf die Beteiligung der Massen, auf den Volkswillen gesetzt hat?

00:59:29: Heiligt der Zweck hier die Mittel?

00:59:31: Was sind für Sie die wichtigsten Stationen für das Experiment Vereinigte Staaten?

00:59:35: Als politisches Experiment hatte er schon George Washington die USA bezeichnet.

00:59:39: Schreiben Sie uns an Podcastetfz.de oder kommentieren sie bei YouTube oder Spotify!

00:59:53: Aber als besonderes Schmankerl haben wir über den Sommer verteilt, zwei lange Interviews für Sie – eines mit Paul Ingenday über sein Buch Entscheidung in Spanien und das andere mit Rüdiger von Fritsch über seinem Buch Die Geschichte In Mir.

01:00:05: Danke für die Hilfe bei der Produktion geht an Niklas Kleber, Stefan Stahlberg, Michael Götz und Johanna Westermann.

01:00:12: Danke fürs Zuhören!

01:00:13: Bis bald.

01:00:14: mein Name ist Angelika Pfeiffer

01:00:15: Und ich bin Christine Brunzel.

01:00:17: Ciao.

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